DAK-Retax

Kindersicherer Verschluss ist keine Kassenleistung APOTHEKE ADHOC, 28.09.2018 07:59 Uhr

Berlin - BtM-Rezepte scheinen bei der DAK unter besonderer Beobachtung zu stehen. So wurden Verordnungen mit einem fehlenden „A“ retaxiert, da dies gesundheitsgefährdende Wirkungen haben könne – besonderen Augenmerk legte die Kasse auf Folgeverordnungen. Aktuell sorgen Retaxationen kindergesicherter Verschlüsse für schlechte Laune bei den betroffenen Apothekern.

Die Substitutionstherapie kann sowohl im Take-home-Bedarf als auch zur Sichtvergabe verordnet werden. Während für die Einnahme des Substituts unter Aufsicht in der Apotheke eine Vereinbarung zwischen Arzt und Apotheke geschlossen und diese schriftlich oder elektronisch festgehalten und dokumentiert werden muss, gibt es für den Take-home-Bedarf eine freie Apothekenwahl mit Kontrahierungszwang. Als Substitutionsmittel werden beispielsweise Levomethadon, Methadon oder Buprenorphin verordnet. Für die Abrechnung findet die Hilfstaxe Anwendung.

Die DAK retaxiert aktuell kindergesicherte Verschlüsse für Zubereitungen mit Levomethadon für den Take-home-Bedarf – mit folgender Begründung: „Kein Vertragsgegenstand, keine Kassenleistung, daher kein Zahlungsanspruch.“ Zu Unrecht, denn die Hilfstaxe erlaubt eine Abrechnung: „Sofern bei der als ‚Take-home‘ gekennzeichneten Verordnung ein kindergesicherter Verschluss abgegeben wird, kann dieser zusätzlich abgerechnet werden.“

Für die Sichtvergabe gilt der Passus demnach nicht. Hier greift der Zusatz: „Eine gesonderte Abrechnung von Gefäßen, Etiketten usw. ist grundsätzlich nicht möglich.“ Im vorliegenden Fall wurde eine Mischverordnung ausgestellt, Take-home und Sichtvergabe wurden also auf einem Rezept verordnet. Der Patient sollte für sechs Tage mit dem Take-home-Bedarf versorgt werden und an einem Tag in der Apotheke zur Sichtvergabe erscheinen. Entsprechend der Hilfstaxe hatte die Apotheke der DAK sechs kindergesicherte Verschlüsse für insgesamt 1,86 Euro in Rechnung gestellt. Diese wurden von der Kasse abgezogen. Dem Vernehmen nach ist die Apotheke kein Einzelfall, die DAK hat weitere Retaxationen an Substitutionsapotheken verschickt und bislang nicht auf deren Einsprüche reagiert.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Gewichtsreduktion

Abnehmkaugummi für Apotheken»

Noweda-Zukunftspakt

Mehr Hefte, mehr Apotheken»

Pharmahersteller

Weleda verliert bei Arzneimitteln»
Politik

Staatsdienst

Polizei sucht Ärzte»

Kassenchef Christopher Hermann

AOK: Mr. Rabattvertrag hört auf»

Gleichpreisigkeit

Laumann will nun doch das Rx-Versandverbot»
Internationales

Kein mildes Urteil

Mann bricht dreimal in dieselbe Apotheke ein»

Österreich

Revolte gegen Verbandspräsident Rehak»

Digitalisierung

Österreich: eRezept bis 2022 im ganzen Land»
Pharmazie

Schlankheitsmittel

Sibutramin: Keine Studien, keine Zulassung»

Prostatakrebs

Darolutamid: Bayer legt positive Daten vor»

Verlust der Erstattungsfähigkeit

Thymiverlan ist nur noch traditionelles Arzneimittel»
Panorama

Jubiläumsaktion

Würfel Deinen Rabatt doch selbst!»

Apotheker Lutz Mohr bleibt optimistisch

„Ich sehe nicht ganz schwarz“»

Pillen für Afrika

Pharma-Bande in Hamburg aufgeflogen»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Sicherheits-Merkmal für Apotheken»

Warenwirtschaft

Securpharm in der Lochkarten-Apotheke»

Arzneimittel oder Lebensmittel?

Melatonin: Rechtslage ungewiss»
PTA Live

Völker-Schule Osnabrück

PTA-Erfolgsquote: 100 Prozent bestanden»

LABOR-Download

Arbeitshilfe: Wechselwirkungen mit Lebensmitteln»

LABOR-Debatte

Valentinstag: Auch in den Apotheken?»
Erkältungs-Tipps

Aromatherapie

Ätherische Öle bei Erkältung»

Erkältung

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Erkältungstipps aus dem Nahen Osten

Gesund werden mit Ölziehen, Nasya und Yoga?»