Keine Angst vor HiMis

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Berlin - Hilfsmittel sind keine Arzneimittel und auch keine Medizinprodukte. Manchmal kommt es vor, dass Apotheker und PTA nicht so recht wissen, wie sie mit einem Hilfsmittelrezept umgehen sollen, sodass es im Nachgang nicht zu einer Retaxierung kommt. Grundlage für die Belieferung ist der Hilfsmittelliefervertrag. Bei der Belieferung sind überdies weitere Punkte zu beachten.

In der Apotheke sind Hilfsmittelrezepte häufig nicht beliebt, da bereits vor der Belieferung ein Retax befürchtet wird. Kommt es innerhalb der Apotheke bei einigen Produkten oder Produktgruppen immer wieder zu Retaxierungen, so lohnt sich die Erstellung einer Checkliste. Gemeinsam besprochen können so Wiederholungsfehler vermieden werden. Auch neue Mitarbeiter können auf die klassischen Fehler des Teams hingewiesen werden. Auch beim Thema Hilfsmittel sollte man an den Datenschutz denken. Erfolgt der Retaxationsanspruch über eine Clearingstelle, so müssen patientenbezogene Daten geschwärzt werden. Alternativ kann der Patient der Datenübermittlung einwilligen.

Retaxgefahr Inkontinenzprodukte

Eine solche häufige Retaxgefahr besteht beispielsweise bei Inkontinenzprodukten zur Versorgung von Heimbewohnern. Hier existieren Sonderverträge. Diese gelten für die Produktgruppe 15. Bei sonstigem Dauergebrauch von Hilfsmitteln sieht das Genehmigungsverfahren folgende Schritte vor: Der Arzt verordnet ein Hilfsmittel zum Verbrauch über mehrere Monate. Die Apotheke stellt dann den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse. Hierfür muss die zehnstellige Hilfmittel-Verzeichnis-Nummer bei der Kasse im Antrag erfragt werden. Im nächsten Schritt prüft diese den Antrag und genehmigt ihn im besten Falle. Das Rezept muss in der Apotheke auf jeden Fall kopiert werden. Die erste Abrechnung erfolgt mit dem Originalrezept. Die Angabe des Verrechnungszeitraumes darf nicht vergessen werden. Auch die Quittierung des Empfangs muss erfolgen. Die monatlichen Folgelieferungen werden von nun an mit der Rezeptkopie abgerechnet.

Hilfsmittelliefervertrag

Die Grundlage für den Hilfsmittelliefervertrag ist §127 SGB V. Als Voraussetzung für den Beitritt gilt die Präqualifizierung. Der Beitritt zum Vertrag erfolgt aktiv mit der jeweiligen Krankenkasse – natürlich vor der Abgabe des Hilfsmittels. Die Apotheke kann einzeln oder über den Landesapothekerverband eintreten. Innerhalb des Vertrages gibt es zwei Varianten von Hilfsmitteln. Zum einen die genehmigungsfrei Abrechnungsfähigen und zum anderen die Hilfsmittel die mit dem Hinweis „Kostenvoranschlaf erforderlich“ gekennzeichnet sind.

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