Verschreibungspflicht

Ich darf das, ich bin Arzt – in den USA APOTHEKE ADHOC, 11.01.2019 07:56 Uhr

Berlin - Dürfen Nicht-EU-Ärzte mit gültigem Arztausweis in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel kaufen? Eine Frage, die anhand der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) nicht so leicht beantwortet werden kann.

Fakt ist: Deutsche Apotheken dürfen nur Verordnungen aus den Mitgliedsstaaten der EU (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern), dem Europäischen Wirtschaftsraum (Island, Liechtenstein und Norwegen) und der Schweiz beliefern. Die Rezepte sind dabei als Privatrezepte zu handhaben. Die Abgabe darf allerdings verweigert werden, wenn Zweifel in Bezug auf die Echtheit des Dokumentes bestehen, oder die Verordnung unklar oder unleserlich ausgestellt wurde. Derartige Rezepte dürfen nur beliefert werden, wenn die Apotheke alle bestehenden Unklarheiten mit dem Arzt ausräumt. Sprachbarrieren mit dem Verschreibenden können jedoch zu einer Verweigerung der Abgabe führen.

Eine Ausnahme gilt für Arzneimittel, die der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) unterliegen sowie die sogenannten T-Rezepte, da hier spezielle Rezeptformulare vorgeschrieben sind. Die Ärzte dürfen Verordnungen entsprechend ihrer Fachrichtung ausstellen. Weiter heißt es in der AMVV: „Den aus Deutschland stammenden ärztlichen oder zahnärztlichen Verschreibungen sind entsprechende Verschreibungen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aus den Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und aus der Schweiz gleichgestellt, sofern diese die Angaben nach Absatz 1 aufweisen und dadurch ihre Authentizität und ihre Ausstellung durch eine dazu berechtigte ärztliche oder zahnärztliche Person nachweisen.“ Offen bleibt die Frage ob Tierärzte, Hebammen und Heilpraktiker ausgenommen sind.

Wie sieht es aber mit dem Eigenbedarf aus? Hier gilt für Ärzte laut AMVV: „Für den Eigenbedarf einer verschreibenden Person bedarf die Verschreibung nicht der schriftlichen oder elektronischen Form.“ Dabei hat der Apotheker sich über die Identität Gewissheit zu verschaffen. Auf die Rahmenbedingungen wird jedoch nicht weiter eingegangen. Somit kann auch ein Arzt aus der EU, dem EWR und der Schweiz als verschreibende Person angesehen werden und kann auch Rx-Medikamente zum Eigenbedarf ohne Verschreibung erwerben. Schließlich können Rezepte der ausländischen Ärzte aus EU & Co. auch in deutschen Apotheken beliefert werden und die Mediziner aus den Drittstaaten, sind den deutschen Ärzten gleichgestellt. Ärzte aus anderen Ländern dürften keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel nach Vorlage ihres Arztausweises kaufen.

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