BG-Rezept: Sonderregelungen beachten

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Berlin - Vor gut einem Jahr gab es die letzten neuen Regelungen zum BG-Rezept. Dennoch fühlen sich einige Apotheker:innen und PTA bei der Belieferung dieser Rezepte unsicher. Das liegt auch daran, dass die BG-Rezepte in vielen Apotheken vergleichsweise selten vorkommen. Hier ein Überblick zum Rezept und den zugehörigen Sonderregelungen.

Bei einer BG-Verordnung handelt es sich um ein Rezept zulasten der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) – bei der Belieferung müssen Apotheker:innen und PTA besondere Formalitäten prüfen. So ist als Kostenträger beispielsweise die zugehörige Berufsgenossenschaft beziehungsweise Unfallversicherung eingetragen. Der Kunde ist generell von der Zuzahlung befreit, nur Mehrkosten müssen selbst getragen werden. Das Feld Arbeitsunfall ist nur dann vom Arzt anzukreuzen, wenn es sich tatsächlich um eine Medikation nach einem Unfall auf der Arbeit handelt. BG-Rezepte können auch bei Berufskrankheiten ausgestellt werden, hier bleibt das Feld „Arbeitsunfall“ unberührt.

Der Unfalltag muss im Falle eines Arbeitsunfalles stets angegeben sein. Bei vorliegender Berufskrankheit wird normalerweise das Datum der Diagnose eingetragen. Alternativ kann ein Aktenzeichen angegeben werden. Fehlt die Angabe, so kann die Apotheke diese nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt eigenständig ergänzen. Gleiches gilt für das Ankreuzen des Feldes „Arbeitsunfall“. Auch bei der Auswahl des Medikamentes sind Apotheken mehr Freiheiten gewährt. Hier durfte schon vor den pandemischen Sonderregelungen bei unklarer Verordnung in Absprache mit dem Arzt – oder bei Nichterreichen nach eigenem fachlichem Ermessen – ausgetauscht oder ergänzt werden. Die Rezepte sind vier Wochen gültig.

Keine Anlage 10 für BG-Cannabis

Weitere Sonderregelungen gelten für die Versorgung mit Cannabis. Eigentlich wird der Preis für Blüten und Extrakte mit Hilfe der Anlage 10 der Hilfstaxe bestimmt. Doch bei der Abgabe von Cannabis auf BG-Rezepten gilt weiterhin die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV). Die prozentualen Aufschläge gelten also weiterhin. So erhalten Blüten im unverarbeiteten Zustand, unabhängig von der Gesamtabgabemenge, weiterhin einen Zuschlag von 100 Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis. Für GKV-Rezepte gelten hingegen „Staffelpreise“ nach Gewicht, die sich am tatsächlichen Einkaufspreis plus Fixzuschlag orientieren.

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