Anlage VI „Aut-idem“

Austausch auch bei Austauschverbot APOTHEKE ADHOC, 12.04.2019 14:33 Uhr

Berlin - Für Arzneimittel, die in der Substitutionsausschlussliste zu finden sind, gilt ein Austauschverbot sowohl im normalen Tagesgeschäft als auch im Notdienst. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Denn der Austausch zwischen Import und Original ist möglich und im Falle eines vorliegenden Rabattvertrages sogar Pflicht.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt fest, welche Arzneistoffe in welcher Darreichungsform in die Anlage VI „Aut-idem“ Teil B der Arzneimittelrichtlinie aufgenommen werden. Dabei werden vor allem Wirkstoffe mit geringer therapeutischer Breite berücksichtigt. So soll die Therapiesicherheit gewährleistet und negative Effekte infolge einer Umstellung vermieden werden.

Werden Arzneistoffe der Substitutionsausschlussliste verschrieben, muss der Arzt eine eindeutige Verordnung ausstellen und den vollen Namen sowie den Hersteller des Arzneimittels oder die Pharmazentralnummer angeben. Kommt der Mediziner der Vorgabe nicht nach, liegt eine unklare Verordnung vor, die von der Apotheke ohne Abklärung nicht beliefert werden darf. Zudem ist ein neues Rezept nötig.

In der Apotheke darf kein Austausch durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel gemäß § 129 Absatz 1a Satz 2 Sozialgesetzbuch (SGB V) stattfinden. Es sei denn, es handelt sich um Original und Reimport, denn dies ist prinzipiell möglich, da es sich rechtlich gesehen um ein und dasselbe Arzneimittel handelt. Nachzulesen ist der Sachverhalt in § 4 Arzneiversorgungsvertrag der Ersatzkassen: „[...] kann bei Verordnungen mit Fertigarzneimitteln, die von der Substitutionsausschlussliste erfasst sind, ein Austausch zwischen importiertem Arzneimittel und Bezugsarzneimittel erfolgen“. Apotheken sollten bei der Abgabe die Rabattverträge der einzelnen Kassen beachten, denn ist das Original verordnet, aber der Reimport rabattiert, ist ein Austausch vorzunehmen. Ebenso verhält es sich im umgekehrten Fall, wenn ein Reimport verordnet ist, aber das Original rabattiert. Dabei ist es unerheblich, ob Import und Bezugsarzneimittel den gleichen Fertigarzneimittelnamen tragen.

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