Kommentar

Vorzugskunden: Versender zeigen wahres Gesicht Patrick Hollstein, 30.04.2019 10:09 Uhr

Berlin - Der Versandhandel gehört zur Versorgung, findet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In Wirklichkeit gefährdet der Versandhandel die Versorgung – nicht nur weil er Apotheken die finanzielle Grundlage entzieht, sondern weil er nach Spielregeln funktioniert, die jeglichem heilberuflichen Anspruch diametral entgegen stehen. Oder würde Spahn es auch Apotheken erlauben, eine VIP-Kasse für Besserverdiener einzurichten?

Selbst die größten Befürworter von Versandapotheken würden nicht auf die verwegene Idee verfallen, Patienten in dringenden Fällen auf ihr Päckchen warten zu lassen. Eine „Ergänzung“ wird das zarte Pflänzchen liebevoll genannt, das freilich – wie bei Rosen üblich – trotz seines lieblichen Aussehens mit allerlei Dornen gespickt ist.

Wohin die Reise aber gehen könnte, zeigt aktuell der Fall Aponeo. Beim Berliner Versender können Kunden unter verschiedenen Lieferoptionen wählen: Der Standardversand mit DHL kostet 3,95 Euro, die Expressvariante mit Lieferung am nächsten Morgen kann für 14,95 Euro gebucht werden. Die Abendzustellung innerhalb eines Zeitfensters von zwei Stunden macht 6,95 Euro. Für denselben Preis gibt es innerhalb von Berlin sogar eine Same-Day-Delivery.

Nun könnte man argumentieren, dass unterschiedliche Versandkosten in einem logistikgetriebenen Gewerbe dazu gehören. Amazons Prime Now ist erst der Anfang. Und man kann ein Stückweit sogar verstehen, dass der Aufwand einen höheren Preis rechtfertigt. Genau das ist ja das Alleinstellungsmerkmal der Apotheke um die Ecke, dass man seine Medikamente in der Regel auch ohne den Versandkostenkalkulator zu bemühen sofort mitnehmen kann.

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