Berufsausbildung

Magdeburger PTA-Schule muss schließen Isaac Bah, 27.03.2012 18:32 Uhr

Berlin - An der Dr. von Morgenstern Schule in Magdeburg können Auszubildende seit 1990 den PTA-Beruf erlernen. Jetzt steht fest: Im Juli wird die Schule schließen. Schüler im zweiten Lehrjahr können ihren Abschluss noch machen, für die Schüler im ersten Jahr wird es jedoch knapp. Zwar gibt es in Magdeburg auch eine staatliche PTA-Schule, doch nicht alle Morgenstern-Schüler dürfen dorthin wechseln.

„2007 haben 63 Schüler mit der PTA-Ausbildung begonnen. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 26“, sagt der Geschäftsführer der Morgenstern-Schulen, Hannes Pook. „Für das nächste Schuljahr hatten wir nur fünf Anmeldungen, da haben wir beschlossen, die Reißleine zu ziehen, um nicht Insolvenz anmelden zu müssen. Einen Schülerrückgang um 10 Prozent hätten wir vielleicht verkraftet, aber mehr als 50 Prozent sind einfach zu viel.“

Weil es an PTA-Schülern fehlt, werden auch die anderen Lehrgänge aufgegeben. Laut Pook war der Trend schon länger erkennbar. Am Angebot der Schule liege das aber nicht. In den Morgenstern-Schulen in Braunschweig und Lüneburg seien derartige Rückgänge schließlich nicht zu verzeichnen. Dem Geschäftsführer zufolge sind andere Faktoren verantwortlich: „Der demographische Wandel ist Schuld. Außerdem erleben wir in Sachsen-Anhalt gerade eine echte Landflucht. Immer mehr junge Leute ziehen weg.“

Die Schüler im ersten Lehrjahr sollen nun auf andere Einrichtungen verteilt werden. Rund die Hälfte wechselt an die Morgenstern-Schulen in Braunschweig und Lüneburg. Für die Übrigen wurde noch keine Lösung gefunden. Am einfachsten wäre wäre der Wechsel zur staatlichen Dr. Otto Schlein Schule, doch da stellt sich das Kultusministerium quer.

„Wir haben mit der Stadt Magdeburg und dem Kultusministerium gesprochen, aber dort wollte man uns nicht helfen“, sagt Pook. Der Wechsel zu der staatlichen Schule ist problematisch: Die Landesverordnung für berufsbildende Schulen schreibt vor, dass Schüler, die älter sind als 21 und bereits eine andere Ausbildung absolviert haben, nur nach einer Einzelfallprüfung aufgenommen werden dürfen. Gut die Hälfte der PTA-Schüler an der Morgenstern-Schule ist betroffen.

„Wir haben bei der Schule angefragt, ob eine Zusammenarbeit möglich sei. Der Schulleiter hatte uns bereits zugesagt, wurde dann aber vom Dezernenten zurückgepfiffen“, so Pook. Das Landesschulamt Sachsen-Anhalt hält sich mit verbindlichen Aussagen zurück: „Die Morgenstern-Schule hat den Schülern angeboten, an anderen Standorten ihre Ausbildung fortzusetzen. Aber wenn die Schüler nicht aus Magdeburg weg wollen, dann können wir auch nichts machen“, sagt eine Sprecherin.

Es sei zudem nicht klar ob die staatliche Schule über genügend Kapazitäten verfüge. „Wir wissen ja auch gar nicht, ob alle Ḿorgenstern-Schüler versetzt werden“, so die Sprecherin. Dass die Situation für die betroffenen Auszubildenden schwierig sei, verstehe sie. Aber es sei ja schließlich noch genügend Zeit, um eine neue Schule zu finden.

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