Telemedizin

BKK-Terminal bringt keine Apothekenkunden

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Berlin -

Im September 2015 wurden in der Meinhard-Apotheke von Inhaberin Elisabeth Schmidt sogenannte Gesundheitsterminals aufgestellt. Die digitalen Aufsteller der Deutschen Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement (DeGIV) bieten Kunden einen direkten Draht zu bestimmten Betriebskrankenkassen (BKK): Krankschreibungen oder Rechnungen können damit direkt aus der Apotheke verschickt werden. Schmidt zieht ein gemischtes Resümee.

Von Kunden der BKK Werra-Meißner werde der Service gut angenommen, sagt sie. Schätzungsweise zehn Kunden pro Tag nutzten das Terminal – meist für die Sendung von Krankenscheinen. „Wir haben hier einen großen Anteil an BKK-Patienten“, räumt sie ein. Allerdings sei die Zentrale der BKK Werra-Meissner nur knapp fünf Kilometer von ihrer Apotheke im hessischen Meinhard entfernt. „In ländlichen Gegenden kommt der Service bestimmt noch besser an“, vermutet Schmidt.

Die Handhabung der Terminals sei sehr einfach: „Selbst ältere, nicht computeraffine Menschen können mit dem großen Bildschirm und Touchpad gut umgehen“, berichtet Schmidt. Nur ganz selten müsse ein Mitarbeiter einem Kunden bei der Bedienung des Geräts helfen.

Doch Versicherte der Krankenkassen, die mit der DeGIV keinen Vertrag geschlossen haben, zeigten wenig Interesse an dem Gerät. „Darauf hatte die Gesellschaft vermutlich spekuliert, aber die Kunden fragen uns nicht, warum ihre Kasse das nicht anbietet“, berichtet Schmidt.

Die Apothekerin hatte gehofft, wegen des neuen Service Kunden zu gewinnen. Doch das sei nicht eingetreten: „Manche Patienten kommen in die Apotheke, verschicken ihre Krankschreibung und gehen sofort wieder“, sagt Schmidt.

Das Gesundheitsterminal besteht aus einem Touchpad, einem Lesegerät für die elektronische Gesundheitskarte (eGK), einem Unterschriftenfeld, einem Drucker für Belege und einer Kamera, mit der Dokumente gescannt und Fotos für die eGK erstellt werden können. Über eine eigene Datenleitung der DeGIV werden die Informationen an die Krankenkasse geschickt.

Für die Apotheken sind die aufgestellten Terminals kostenlos. Finanziert werden sie von den teilnehmenden Krankenkassen. Neben der BKK Werra-Meissner bieten die BKK Linde, BKK Augsburg, BKK Wirtschaft & Finanzen und die Thüringer BKK ihren Versicherten den Terminalservice an.

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