Hilfsmittel zum Verbrauch

Lanzetten nur mit Diagnose und ohne Teststreifen APOTHEKE ADHOC, 24.01.2019 09:01 Uhr

Berlin - Hilfsmittelrezepte bieten einige Stolpersteine in der Belieferung. Verschiedene Formalien müssen erfüllt sein, um keine Retaxation zu kassieren. Beim Diabetikerbedarf ist an Vieles zu denken. So dürfen Nadeln und Lanzetten nicht gemeinsam mit Teststreifen auf einer Verordnung stehen.

Mischverordnungen sind beim Diabetikerbedarf nicht zulässig. Während Nadeln und Lanzetten zu den Hilfsmitteln zum Verbrauch zählen, gehören Blutzuckerteststreifen nach Sozialgesetzbuch (SGB V) zu den Arznei- und Verbandmitteln. Sie sind sogenannte Geltungsarzneimittel. Arzneimittel und Hilfsmittel dürfen aber nie auf einem Rezept verordnet werden.

Werden Nadeln und Lanzetten verordnet, muss in den Feldern, die Ergänzungen zur Verordnung anzeigen und sich links neben der Apotheken-IK befinden, im Feld Hilfsmittel die Ziffer „7“ gekennzeichnet sein. Fehlt der Zusatz, kann retaxiert werden. Außerdem darf die Diagnose nicht fehlen. Für Hilfsmittelrezepte gilt: Der Arzt muss auf der Vorderseite der Verordnung eine Diagnose angeben. Laut Hilfsmittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist der Arzt dazu verpflichtet. In § 7 Abs. 2 heißt es: „In der Verordnung ist das Hilfsmittel so eindeutig wie möglich zu bezeichnen, ferner sind alle für die individuelle Versorgung oder Therapie erforderlichen Angaben zu machen. Die Vertragsärztin oder der Vertragsarzt soll deshalb unter Nennung der Diagnose und des Datums […] angeben“. Hat der Arzt die Angabe versäumt, darf die Apotheke laut § 7 Abs. 4 Änderungen und Ergänzungen nach Rücksprache auf der Verordnung vornehmen, diese „bedürfen einer erneuten Arztunterschrift mit Datumsangabe“.

Wird der Diabetikerbedarf nach § 302 SGB V abgerechnet, darf auch die Angabe des Versorgungszeitraumes nicht fehlen. Festgelegt ist dies in der Technischen Anlage – betroffen sind Hilfsmittel zum Verbrauch, differenziert nach Krankenkassen. Anzugeben ist der Versorgungszeitraum auf der Vorderseite, da er sonst von den Rechenzentren nicht erfasst werden kann. Fehlt die Angabe, kann sie nach Arztrücksprache ergänzt und mit Datum und Unterschrift quittiert werden.

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