Constella-Kostenübernahme

Geheime Absprache: Kasse gibt Retax-Ehrenwort Carolin Ciulli, 19.08.2019 10:04 Uhr

Berlin - Bei der Abgabe des Reizdarmmittels Constella (Linaclotid) begeben sich Apotheker auf dünnes Eis. Denn die Kassen müssen die Kosten wegen der fehlenden N-Größe nicht übernehmen. Der Hersteller Allergan hatte das Präparat zur Behandlung des Reizdarmsyndroms 2017 bewusst außerhalb der Packungsgrößenverordnung (PackungsV) auf den Markt gebracht – und damit sowohl Kostenübernahme als auch Einzelimport blockiert. Nun wird Apothekern mündlich von den Kassen versprochen, keine Retaxation vorzunehmen. Doch nicht jeder Inhaber will sich darauf einlassen.

Constella wird zur symptomatischen Behandlung des mittelschweren bis schweren Reizdarmsyndroms mit Obstipation (RDS-O) bei Erwachsenen angewendet. Hierzulande ist nur eine Großpackung für vier Monate mit 112 Hartkapseln erhältlich. Das Arzneimittel wird offiziell als Selbstzahlerleistung angeboten. Eine Pflicht zur Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) besteht nicht.

In begründeten Einzelfällen sei es bei den meisten Kassen aktuell gelebte Praxis, den Patienten die Kosten für Constella zu erstatten, sagt eine Firmensprecherin. Auch ein Apotheker aus Hessen machte diese Erfahrung – allerdings mit fadem Beigeschmack. Eine Kundin legte ein Rezept mit dem Linaclotid-haltigen Arzneimittel vor. Da die N-Größe fehlte, rief er bei der Kasse wegen der Erstattung an.

Der Servicemitarbeiter erklärte ihm, dass die Kosten übernommen würden. „Er weigerte sich jedoch, mir das schriftlich zu bestätigen.“ Stattdessen sollte auf dem Rezept der Name des Ansprechpartners bei der Kasse vermerkt und dadurch eine Retaxation ausgeschossen werden. „Ich kaufe doch auch kein Auto ohne Vertrag“, so der Apotheker. Die Situation sei weder für ihn als Pharmazeuten noch für die Patientin befriedigend.

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