Belastung für Apotheken

Tarif und Mindestlohn: Adexa will neu verhandeln

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Berlin -

Zum Jahreswechsel ist in den Apotheken eine weitere Tariferhöhung in Kraft getreten. Die Treuhand Hannover rechnet mit hohen Belastungen für die Arbeitgeber – und wegen des steigenden Mindestlohns könnte es 2027 sogar noch größere Sprünge geben. Die Apothekengewerkschaft Adexa bereitet sich schon auf neue Verhandlungen vor.

Im Sommer 2024 hatten sich Adexa und Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) auf einen neuen Tarifvertrag verständigt, der über eine Laufzeit von 2,5 Jahren verteilt eine Anpassung der Gehälter um insgesamt 7 Prozent vorsah. Zum 1. Januar 2026 stand ein Plus in Höhe von 3 Prozent an. Diese schlägt laut Treuhand Hannover mit durchschnittlich 9500 Euro pro Apotheke und Jahr zu Buche – und das in einer ohnehin schon angepassten Finanzsituation, an der sich auf absehbare Zeit wohl nichts ändern wird.

Hinzu kommt die gesetzliche Anhebung des Mindestlohns auf 13,90 Euro. Betroffen sind laut Treuhand geringfügig Beschäftigte wie Boten oder Reinigungskräfte; hier kalkuliert die Steuerberatungsgesellschaft mit Mehrkosten von 700 Euro pro Apotheke und Jahr.

Doch damit is das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn noch einmal auf 14,60 Euro. Im Vergleich zu Beginn des Jahres 2024 kommt beim Mindestlohn ein Plus von 17,6 Prozent zusammen; alleine seit der letzten Tarifrunde in den Apotheken wird der Mindestlohn dann um 14 Prozent gestiegen sein.

Zwar ist nur ein kleiner Teil der Mitarbeitenden in den Apotheken direkt betroffen. Allerdings könnte es wie in der Vergangenheit auch Abstrahleffekte geben.

Weitere Tarifsteigerungen?

Neue Tarifverhandlungen stehen schon ins Haus. Der Vertrag der Adexa mit dem ADA läuft bis zum 31. Dezember 2026. Auch in Sachsen läuft der aktuelle Tarifvertrag Ende des kommenden Jahres aus.

In Nordrhein endet die Vereinbarung mit der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter (TGL) nach 18 Monaten ohnehin schon am 30. Juni 2026. Eigentlich hatten die Verhandlungen hier schon im zweiten Halbjahr aufgenommen werden sollen; Voraussetzung dafür war allerdings, dass es bis dahin von der neuen Bundesregierung eine rechtssichere Honorarerhöhung für die öffentlichen Apotheke gibt.

Hier will die Gewerkschaft schnell in neue Verhandlungen eintreten, wie Vorstand Andreas May auf Nachfrage bestätigt: „Der Vertrag wird fristgerecht zum 30. Juni gekündigt und dann wird wieder verhandelt.“

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