In Sachsen-Anhalt lassen sich im Schnitt mehr Menschen impfen als im bundesweiten Durchschnitt – allerdings ist ihre Impfbereitschaft seit Jahren rückläufig. Das zeigen Zahlen des Landesapothekerverbandes zu den bestellten und verabreichten Influenza-Impfstoffen. Zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung seien es in der Grippesaison 202/21 noch rund 924.500 Impfdosen gewesen, in der aktuellen Saison sei die Zahl auf etwa 638.200 gesunken. Das entspreche einem Rückgang um rund 31 Prozent.
„Die Zahlen zeigen, dass wir bei der Grippeimpfung zunehmend Menschen erreichen müssen“, sagte Verbandschef Mathias Arnold. „Gerade für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe ist die Impfung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.“ Die Grippeimpfung sei eine wichtige Möglichkeit, sich vor einer Influenza-Erkrankung und insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen.
Die Auslieferung der Grippeimpfstoffe für die kommende Influenza-Saison hat bereits begonnen. Die Apotheken versorgen derzeit die Arztpraxen im Land mit den bestellten Impfstoffen.
Im Landesamt für Verbraucherschutz will man nicht von einer pauschalen Impfmüdigkeit sprechen. „Zwar sind die Influenza-Impfquoten in Sachsen-Anhalt – wie auch bundesweit – in den Jahren nach der Corona-Pandemie zurückgegangen. Die Ursachen dafür sind jedoch vielfältig und lassen sich nicht allein mit einem nachlassenden Interesse an der Impfung erklären“, so eine Sprecherin.
Auch der Verlauf einer Influenzasaison könne die Impfentscheidung beeinflussen: Werde die Saison als wenig schwerwiegend wahrgenommen, könne die Impfbereitschaft sinken. In der folgenden Saison könne die individuelle Entscheidung wieder anders ausfallen.
Aus dem Landesamt heißt es weiter: „Für die Saison 2024/2025 lag die Influenza-Impfquote in Sachsen-Anhalt bei 52 Prozent und damit höher als in jedem anderen Bundesland“. Bundesweit habe die Impfquote 34 Prozent betragen. „Für bewusste Impfentscheidungen sind zielgruppengerechte Informationen und Kommunikation ebenso wichtig wie niedrigschwellige Impfangebote“, so die Sprecherin.
Klassischerweise wird in den Hausarztpraxen geimpft, aber auch andere Gruppen wie Frauenärztinnen und -ärzte bieten das an. Seit November 2022 führen auch speziell geschulte Apothekerinnen und Apotheker in Sachsen-Anhalt Grippeschutzimpfungen durch.
Die Zahlen sind von knapp 1000 in der Saison 2022/23 auf gut 4000 in der vergangenen Saison 2025/26 gestiegen, so der Landesapothekerverband. „Unsere Kolleginnen und Kollegen können rund um das Thema Impfen beraten, über den geeigneten Impfzeitpunkt informieren und – sofern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen – die Grippeschutzimpfung auch direkt in der Apotheke anbieten“, so Arnold.
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