36-jähriger übernimmt erste Apotheke

„Die Verhandlungslösung fehlt immer noch“

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Berlin -

Der 36-jährige Simon Dittrich führt seine erste Apotheke. „Ich habe schon länger den Wunsch nach einer eigenen Apotheke gehabt“, erzählt der junge Inhaber. Als er hörte, dass Bernd Vogel in den Ruhestand gehen möchte und einen Nachfolger sucht, zögerte er nicht lange.

Studiert hat Dittrich in Leipzig. Dort sammelte er auch seine ersten Berufserfahrungen. Vor sieben Jahren ist er allerdings in seine Heimat nach Dresden zurückgekehrt und arbeitete dort in der Elefanten-Apotheke als stellvertretender Geschäftsleiter. Während dieser Zeit lernte er auch seine Frau Stefanie kennen, die ebenfalls in der Apotheke als PTA arbeitete. Während seiner Zeit als Angestellter sei sein Wunsch nach einer eigenen Apotheke immer größer geworden. Im August übernahm er die Stadtwald-Apotheke in Meißen.

„Auch das Team habe ich so weit übernommen und einen Kollegen neu eingestellt, wegen einer Elternzeitvertretung“, berichtet er. „Ansonsten bleibt das Team so bewährt, wie es war.“ Dittrichs Team besteht aktuell aus insgesamt sechs pharmazeutischen Mitarbeitenden und zwei Fahrern. Darüber hinaus bekomme er sehr viel Unterstützung von seiner seiner Frau, obwohl diese auch weiterhin in der Elefanten-Apotheke tätig bleibt.

Auch von seiner Frau Stefanie Dittrich bekommt der frische Inhaber viel Unterstützung. Foto: Stadtwald-Apotheke

Der junge Inhaber kann sich vorstellen, künftig weitere Apotheken zu übernehmen – insbesondere, wenn sie näher an Dresden liegen, denn dort wohnt Dittrich noch. Allerdings nicht sofort. „Ich bin offen, aber ich bin froh, dass es nicht sofort mehrere sind“, erklärt er. Erst einmal will er richtig ankommen – und seine Apotheke digital moderner aufstellen, zum Beispiel auch durch eine neue App, Website oder einen Shop.

Vergütung braucht Dynamisierung

Die Fixumserhöhung im Rahmen der Apothekenreform sei zwar ein Schritt nach vorne, aber „es ist wieder festgeschrieben und die Verhandlungslösung fehlt immer noch“, kritisiert Dittrich. Die 9,50 Euro, auf die sich das Fixum – abzüglich des sich ebenfalls erhöhenden Abschlags – zum Jahreswechsel erhöhen soll, seien für 2027 in Ordnung, aber eben nur, wenn es im Jahr darauf auch zuverlässig mit den Verhandlungen losgehen könnte. Sonst laufe man Gefahr, dass das Honorar wieder jahrelang stillstehen könnte.

Die Kompetenzerweiterungen begrüßt der Apotheker sehr. „Das spielt mir in die Karten für die Ideen, die ich habe“, so Dittrich. Zum Beispiel habe er auch samstags lange geöffnet, natürlich einen Beratungsraum in der Apotheke und würde gerne assistierte Telemedizin anbieten.

Auch Impfen sei grundsätzlich interessant, allerdings wolle er die örtliche Ärzteschaft erst kennenlernen. Hinsichtlich der Kompetenzerweiterungen sei die Kommunikation der beiden Berufsgruppen eher gegeneinander. „Ich möchte sie erst kennenlernen und im gegenseitigen Dialog eine Lösung finden.“ Selbiges gelte auch für die Blutabnahme.

Bei den neuen pharmazeutischen Dienstleistungen sei zudem die Vergütung noch nicht geklärt. „Wenn es sich am Ende nicht rentiert, ist es zwar schön, wenn wir es dürfen, aber auf Dauer können wir es nicht umsetzen.“ Die Neuerungen seien für große Apotheken leichter umzusetzen als für kleinere, erklärt er. Er will es aber trotzdem versuchen.

Gleiche Rechte

Hinsichtlich des Versandhandels betont Dittrich, dass gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen müssen. „Ich finde, Versandhandel hat seine Daseinsberechtigung, aber wenn, dann sollten die gleichen Rechte für alle gelten – und da sollte die Politik schon klarer zugreifen“, betont der Inhaber.

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