Anerkannte Fort- und Weiterbildungen speziell für PKA? Bislang Fehlanzeige: Während PTA sich für das Labor, den HV oder für die Zytostatikaherstellung spezialisieren können, fehlt ein solches Angebot nach Ansicht von PKA Natascha Richter. Dabei lohne sich eine Vertiefung – insbesondere BWL-technischer Inhalte – sehr für das kaufmännische Personal. „Gerade die Zahlen, effektive Lagerhaltung, wann lohnt sich eine Diretbestellung, effektiver Einkauf. Aber auch Pricing ist natürlich ganz wichtig“, betont sie.
Die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten seien nach wie vor stark begrenzt, findet Richter. „Es gibt nicht wirklich etwas explizit für PKA, das muss man so leider sagen.“ Immerhin könnten Interessierte sich zum Apothekenmanager bei der IHK weiterbilden lassen. Lerninhalte sind dort beispielsweise Category-Management und BWL.
Richter selbst hat ein Pharmazieökonomie-Studium absolviert. „Schwerpunkte liegen da auf Themen, bei denen man viel mehr auf die Zahlen gucken muss“, weiß die PKA. „Beispielsweise ob es sich lohnt, einen Automaten in die Apotheke zu stellen und wie viele Packungen mehr man verkaufen muss, damit sich die Anschaffung irgendwann rentiert.“
Wie bei so vielen anderen Fort- und Weiterbildungen auch werde diese eher für Apotheker:innen und PTA angeboten. „Aber wenn eine PKA sagt, sie möchte das machen, wird sie auch genommen.“ Weiterbildungen gebe es außerdem noch im Bereich des Facheinkaufs.
Richter ist allerdings der Meinung, dass für ihren Berufsstand wesentlich mehr im Bereich BWL angeboten werden müsse. „Gerade die Zahlen, effektive Lagerhaltung, wann lohnt sich eine Direktbestellung, effektiver Einkauf. Aber auch Pricing ist natürlich ganz wichtig.“
Dreh- und Angelpunkt sei aber die Frage, ob Inhaber:innen ihre PKA überhaupt in die Zahlen gucken lassen. Manche Inhaber bestellen selbst, in anderen Apotheken tragen die PKA die volle Verantwortung für den Einkauf. „Das ist natürlich auch sinnvoll, weil sie im Kaufmännischen gut ausgebildet sind“, betont Richter.
Immer mehr PKA wagen sich – entweder im Anschluss oder zeitversetzt – an eine PTA-Ausbildung heran. „Das ist für mich keine Weiterbildung im eigentlichen Sinne, das sind zwei komplett unterschiedliche Ausbildungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Deshalb bin ich auch immer noch dafür, dass beide das Gleiche verdienen“, stellt Richter klar.
Zwar gebe es hin und wieder Angebote in einzelnen Kammern für PKA – beispielsweise im Bereich Ernährung oder Kosmetik –, aber eben nichts Vergleichbares wie beispielsweise die Fach-PTA-Ausbildungen. Seit längerer Zeit klopft Richter auch selbst bei den Apothekerkammern, Pharmafirmen oder Referenten an, um PKA-Fortbildungen mitzugestalten oder selbst zu referieren. Auf diese Weise seien unter anderem praxisnahe Fortbildungen speziell für PKA über die Jung Akademie von Diplom Betriebswirtin Marcella Jung entstanden.
„Ich glaube, manche PKA wissen von solchen Angeboten gar nichts, weil es auch nicht so kommuniziert wird wie bei den PTA. In allen Zeitungen, die so in die Apotheke kommen, steht immer für PTA, für PTA, für PTA.“
Bei den Kammern entstehe für sie der Eindruck, dass Fort- und Weiterbildungen für Apotheker:innen und PTA klar im Vordergrund stehen, „und die PKA haben da fast gar nichts. Manche Kammern bieten nicht einmal Fortbildungen für PKA an.“
Sie könne sich auch vorstellen, dass die Notwendigkeit, dass kaufmännisches Personal sich weiterbildet, Inhaber:innen-seitig nicht erkannt werde, „und deshalb vielleicht für manche Sachen auch einfach gar nicht freistellen.“ Kosten seien auch ein Faktor. „Wenn die Fortbildung selbst gezahlt werden und 100 Euro oder mehr investiert werden müssen, ist das für einige vielleicht einfach zu viel Geld.“
Gezielte Bildungsangebote würden die Ausbildung attraktiver machen. Das könnte mehr Menschen zu einem Berufsstart bewegen, findet Richter. „Es wäre sicherlich ein größerer Anreiz da, wenn neben der PKA-Ausbildung bereits die Chance in Aussicht gestellt würde, sich in eine bestimmte Fachrichtung – wie BWL zum Beispiel – anerkannt weiterbilden zu können.“ Allerdings sei es schwer darüber nachzudenken, wenn es aktuell „noch nicht einmal generell flächendeckend genug Fortbildungen für PKA gibt.“
In dieser Folge unserer Videoreihe geht es um Prozess-Optimierung: Wie lassen sich Bestellprozesse in Apotheken effizienter gestalten – wirtschaftlich, praxistauglich und softwaregestützt? Mit dieser Frage beschäftigt sich PKA Anja Löst.
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Transkripte der 5-teiligen Videoreihe
Teil 1 “Handelsspannenausgleich”
Teil 2 “Bestellprozesse”
Teil 3 "Bestellungen bündeln"
Teil 4 “Wirtschaftlich bestellen”
Teil 5 “Kommunikation am HV”

