Ramadan: Ernährungstipps für das Apothekenteam

, Uhr

Berlin - Für gläubige Muslime ist das Fasten im Ramadan ein essenzieller Bestandteil ihrer Lebensführung. Der tägliche Verzicht auf Nahrungsmittel über mehrere Stunden kann jedoch eine Herausforderung für den Körper sein. Um die Gesundheit zu erhalten, ist die richtige Ernährung von essentieller Bedeutung. Daher sollten fastende Apothekenmitarbeiter einiges berücksichtigen. Auch betroffenen Kunden können im Rahmen der pharmazeutischen Betreuung nützliche Tipps mitgegeben werden. Man ist, was man isst – auch im Ramadan.

Während der Fastenzeit soll sich der Gläubige in Selbstdisziplin üben und auch soziales Mitgefühl für Arme und Bedürftige entwickeln. Ziel ist nicht primär der Nahrungsverzicht, vielmehr sollen die Gläubigen Gott näher kommen. Dies wird dadurch erreicht, dass der Mensch seine Triebe wie Essen und Trinken kontrolliert. Der Verzicht auf Wasser kann allerdings gefährlich werden, daher sollten Fastende auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit achten. Hier ist in erster Linie Wasser zu bevorzugen, Fruchtschorlen und Kräutertees können ergänzend hinzukommen. Es wird empfohlen, zwischen dem Fastenbrechen am Abend und der Morgendämmerung regelmäßige kleine Mengen zu trinken. So wird ein plötzliches Völlegefühl verhindert und eine allmähliche Wasseranlagerung des Körpers zu Beginn des nächsten Fastentages gefördert.

Ein Wassermangel kann zu einer Dehydratation führen, als Folge kann es zu einer Ekzikkose (Austrocknung) kommen. Mögliche Anzeichen sind unter anderem trockene Haut und Schleimhäute, Kopfschmerzen- und Übelkeit, Bewusstseinstrübungen sowie Krämpfe. Die Symptome können unterschiedlich vorkommen und hängen auch davon ab, ob der Körper vorwiegend Elektrolyte, vorwiegend Wasser oder beides gleichermaßen verloren hat. „Eine umfangreiche Aufnahme von großen Mengen an koffeinhaltigen Getränken sollte vermieden werden, insbesondere zum Suhur. Da diese entwässernd wirken, können sie zu einem übermäßigen Verlust an wertvollen Mineralien führen“, sagt Houaida Taraji, Ärztin und Vorstandsmitglied im Bereich Frauen & Gesundheit des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD).

Während des Fastens verkleinert sich der Magen, der Körper stellt sich schnell um. „Das Fasten ist eine Schonung für den Magen-Darm-Trakt. Gerade Personen mit Reizdarm haben während des Fastens keine Beschwerden“, so Taraji. Das Fastenbrechen nach Sonnenuntergang wird traditionell mit Datteln begonnen. Diese sind Energieträger und enthalten zudem viele Ballaststoffe und Mineralien wie Eisen und Magnesium, die dem Fastenden schnell die erforderliche Energie geben. Abends sollte langsam und in kleinen Portionen gegessen werden, um den Körper nicht zu überfordern. Ein fester Bestandteil der Ernährung sollten wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Spargel, Spinat, Paprika, Tomaten, Salatblätter und auch Früchte sein. Neben dem hohen Wassergehalt punkten diese Nahrungsmittel auch mit reichlichen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. „Die Ernährung im Ramadan sollte sich nicht von den üblichen Gewohnheiten unterscheiden und so einfach wie möglich sein.“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Apotheker denkt radikal um»
Druck auf Softwarehäuser
TI-Nachzügler aufgeschreckt»
Übelkeit, Durchfall & Co. im Sommer
Wenn die Hitze auf den Magen schlägt»
Die Psyche übernimmt das Kommando
Wenn der Stress auf den Magen schlägt»