Ulrich Tilly ist tot. Der frühere Büroleiter von Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verstarb laut Medienberichten am Mittwoch im Alter von 67 Jahren.
Tilly hatte von 2002 bis 2010 im Bundesgesundheitsministerium (BMG) gearbeitet. Zunächst war er Leiter des Leitungsstabs, ab 2005 übernahm er die Leitung der Grundsatzabteilung. Gemeinsam mit dem damaligen Pressesprecher Klaus Vater sowie Franz Knieps, Leiter der Abteilung „Gesundheitsversorgung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung“, galt Knieps als mächtige Person im BMG. Hinter vorgehaltener Hand wurde das Trio als die „drei Taliban“ im BMG bezeichnet.
Dabei kam Tilly eigentlich aus einem ganz anderen Bereich. Nachdem er in den 80er-Jahren als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Agrarpolitik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gearbeitet hatte, kam er 1987 als wissenschaftlicher Assistent mit dem Schwerpunkt Agrarpolitik in den Bundestag. Er arbeitete für verschiedene SPD-Abgeordnete wie Hermann Wimmer und Dr. Gerald Thalheim.
1996 wurde er Referent für Alterssicherungssysteme bei der SPD-Bundestagsfraktion; zwei Jahre später holte ihn Walter Riester ins Ministerium für Arbeit und Soziales. Nach der Wahl 2002 wechselte er zu Schmidt ins BMG, wo er lange Jahre als einer ihrer engsten Vertrauten galt. Nach der Übernahme des BMG durch Dr. Philipp Rösler (FDP) wechselte Tilly in die Politikberatung. Zunächst war er für Wiese Consult tätig, zuletzt für WMP Healthcare.
Knieps würdigte Tilly als „großartigen Freund und Kollegen“. „Seine Kompetenz und seine Kreativität, seine Empathie und seine sozialen Werte, sein politisches Urteilsvermögen und Gespür für ungewöhnliche Lösungen waren beispielgebend.“
Tilly starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren.