Critical Medicines Act

Systemrelevanz: Großhandel fordert Einbindung

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Berlin -

Das EU-Parlament hat gestern seine Position zum Critical Medicines Act (CMA) beschlossen und damit den Weg für den Trilog mit der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten freigemacht. Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) betont, dass der Critical Medicines Act nur dann zum Erfolg werden könne, wenn alle systemrelevanten Akteure angemessen eingebunden würden. Dabei spiele der vollversorgende pharmazeutische Großhandel eine zentrale Rolle.

„Wir wollen, dass der Critical Medicines Act zum Erfolg wird. Das gelingt aber nur, wenn alle systemrelevanten Akteure angemessen eingebunden werden. Der vollversorgende pharmazeutische Großhandel spielt dabei eine zentrale Rolle“, betonte der Phargo-Vorsitzende Marcus Freitag. Eine verlässliche Versorgung mit kritischen Arzneimitteln hänge nicht allein von der Produktion ab. „Mindestens ebenso entscheidend sind stabile, leistungsfähige und gut koordinierte Distributions- und Lieferketten. Genau hier leistet der pharmazeutische Großhandel einen unverzichtbaren Beitrag“, so Freitag weiter.

Aus Sicht des Phagro solle sich die Bundesregierung desshalb im Trilog insbesondere für drei Punkte einsetzen: die Anerkennung des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels als kritische Infrastruktur, die Schaffung eines europäischen Rahmens für strategische Arzneimittelvorräte sowie die stärkere Berücksichtigung von Lager- und Distributionsstrukturen als Schlüssel zur Versorgungssicherheit.

Der vollversorgende pharmazeutische Großhandel sei ein unverzichtbarer Bestandteil der kritischen Gesundheitsinfrastruktur. Eine klare Anerkennung der Vollversorger als systemrelevante Großhändler im europäischen Rechtsrahmen solle die notwendige Grundlage schaffen, um diese gezielt in Vorsorge-, Resilienz- und Krisenmaßnahmen einzubinden. Daher müsse die vom EU-Parlament vorgeschlagene Bezeichnung des vollversorgenden Pharmagroßhandels als „systemrelevante Großhändler“ (systemic wholesalers) im Trilog erhalten bleiben.

Bewährte Strukturen

Gerade in Engpass- und Krisensituationen habe sich der vollversorgende pharmazeutische Großhandel als besonders leistungsfähig erwiesen. Eine koordinierte – und bei Bedarf auch gesteuerte – Distribution über systemrelevante Großhändler ermögliche eine faire, flächendeckende und effiziente Versorgung und verhindere eine weitere Fragmentierung der Lieferketten. Wie wirkungsvoll diese Strukturen seien, habe nicht zuletzt die Verteilung der Corona-Impfstoffe gezeigt, die maßgeblich über die Phagro-Mitglieder organisiert worden sei. Der Verband unterstütze ausdrücklich die Formulierung des Europäischen Parlaments, wonach nationale Behörden und EU-Katastrophenschutzstellen in Gesundheitskrisen eng mit systemrelevanten Großhändlern zusammenarbeiten sollten, um eine gerechte Verteilung sicherzustellen.

Distribution als Teil der Resilienz

Um die Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken, solle der Critical Medicines Act laut Phagro zudem nicht allein auf Produktionskapazitäten fokussieren. Ebenso wichtig seien Investitionen in die Distributionsinfrastruktur. Lagerhaltung, Logistik und flächendeckende Verteilung seien entscheidende Voraussetzungen dafür, dass Arzneimittel im Ernstfall tatsächlich verfügbar seien und alle Patienten erreichten. Der Phagro fordere daher, diese Aspekte ausdrücklich im CMA zu verankern.

„Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich die Bundesregierung im weiteren Verfahren dafür einsetzt, diese Regelungsansätze im Critical Medicines Act zu erhalten und zu stärken“, betonte Freitag. „Gerne bringen wir unsere praktische Erfahrung aus der täglichen Arzneimittelversorgung in Deutschland und Europa in den weiteren Dialog ein und stehen für ein vertiefendes Gespräch jederzeit zur Verfügung.“

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