Gemeinsame Apothekenstudie in NRW

Strukturelle Risiken für die Versorgung nehmen zu

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Münster/Düsseldorf -

Apothekenschließungen, die flächendeckende Versorgung steht unter zunehmenden Druck: Die gemeinsame Studie „Apotheken und Approbierte in NRW“ der Apothekerkammern Westfalen-Lippe (AKWL) und Nordrhein (AKNR) nimmt die Entwicklung seit 2022 systematisch in den Blick. Zu zentralen Fragestellungen arbeiten die beiden Kammern dabei eng mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen (MAGS) zusammen. Die aktuelle Fortschreibung der Studie, die jährlich durch das Institut für Handelsforschung (IFH Köln) erstellt wird, zeichnet ein deutliches Bild der angespannten Versorgungslage.

Zwar verfügten weiterhin alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen über mindestens eine Apotheke, doch die strukturellen Risiken würden weiter zunehmen. Seit dem Jahr 2010 sei die Zahl der Apotheken im Land um rund ein Viertel zurückgegangen. Allein im Jahr 2025 standen demnach 97 Apothekenschließungen lediglich zwölf Neueröffnungen gegenüber. Damit liege die Zahl der Apotheken aktuell nur noch bei 3510 gegenüber 4673 vor 15 Jahren.

„Noch können wir glücklicherweise knapp von einem flächendeckenden System sprechen. Seit 2010 haben wir jedoch jede vierte Apotheke in Nordrhein-Westfalen verloren. Das ist eine Entwicklung, die wir uns langfristig nicht mehr leisten können“, warnt Michael Schmitz, Hauptgeschäftsführer der AKWL. Besonders besorgniserregend sei dabei, dass Schließungen nicht mehr ausschließlich kleinere Apotheken betreffen würden. Zunehmend würden auch wirtschaftlich größere Einheiten aufgeben – mit spürbaren Folgen für die Erreichbarkeit der nächsten geöffneten Apotheke, insbesondere in ländlichen und strukturschwächeren Regionen.

Immer mehr Kommunen mit nur einer Apotheke

Die Studie zeige zudem, dass sich die Zahl der Kommunen mit nur noch einer Apotheke in den vergangenen zehn Jahren um fast 80 Prozent erhöht habe. „In einzelnen Kommunen zeigen sich inzwischen deutliche Unterschiede in der Apothekendichte. Gerade auf die Kommunen mit nur noch einer geöffneten Apotheke legen wir ein besonderes Augenmerk“, betont Dr. Stefan Derix, Hauptgeschäftsführer der AKNR.

Diese sogenannten Solitär-Apotheken würden häufig eine überdurchschnittliche Versorgungs- und Notdienstfunktion übernehmen und seien zugleich besonders vulnerabel gegenüber wirtschaftlichen und personellen Belastungen.

Fachkräftemangel

Neben der Apothekenstruktur beleuchte die Studie auch die Entwicklung der pharmazeutischen Fachkräfte. Während der Bedarf an Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in unterschiedlichen Versorgungsbereichen steige, ginge die Zahl der in öffentlichen Apotheken tätigen Offizin-Apothekerinnen und -Apotheker seit mehreren Jahren zurück. Gleichzeitig veränderten sich Arbeitszeitmodelle, Altersstrukturen und Verantwortungsprofile – Entwicklungen, die die Stabilität der wohnortnahen Arzneimittelversorgung zusätzlich beeinflussen.

Die Apothekerkammern Westfalen-Lippe und Nordrhein sehen die Ergebnisse der Fortschreibung als klaren Handlungsauftrag: „Ziel bleibt es, gemeinsam mit der Landespolitik verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung nachhaltig zu sichern und den Apothekerberuf in der öffentlichen Apotheke zukunftsfest aufzustellen.“

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