Apothekerkammer Hessen

Liste 6: Erst Kammer-, dann Bundestagswahl

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Berlin -

In Hessen geht der Wahlkampf zur Kammerversammlung in dieser Woche zu Ende. Liste 6 ruft noch einmal alle Kolleginnen und Kollegen auf, ihre Stimme abzugeben – und sich auch mit Blick auf die Bundestagswahl einzusetzen.

„Die Wahl kommt nun in Ihre letzte Phase und die Abgabe der Stimmzettel ist noch bis zum 5. Dezember möglich. Da die Briefe in der Vorweihnachtszeit eher einen Tag länger unterwegs sind, sollten die Wähler:innen ihren Stimmzettel spätestens am Montag, 2. Dezember abschicken“, so Dr. Cora Menkens, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Sebastian Barzen die Liste 6 anführt. „Der Wahlkampf ist dieses Jahr verglichen mit den letzten Jahren deutlich intensiver und zeitaufwändiger, aber dadurch konnten wir auch neue Wege gehen: die Besuche in einigen öffentlichen Apotheken, um zu erfahren, wo der Schuh drückt und zum Abschluss ein kurzes Gespräch mit der hessischen Sozialministerin Heike Hofmann“, so Barzen.

Am Rande einer Klausurtagung der SPD-Bezirksgruppe im hessischen Odenwald hatten Barzen und Dr. Nojan Nejatian, der sich in diesem Jahr der Liste 6 angeschlossen hat und selbst SPD-Mitglied ist, Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit Sozialministerin Heike Hofmann (SPD). Da die Apotheke vor Ort die erste Anlaufstelle für viele Probleme auch sozialer Natur seien, habe die Politikerin den beiden Apothekern einen ausführlichen Termin im zweiten Quartal 2025 nach den Kammer- beziehungsweise Bundestagswahlen zugesichert.

Die öffentliche Apotheke sei in einigen Orten der letzte Platz, an dem man niedrigschwellig kompetente Antworten zu vielen sozialen Themen erhalte: „Wir beraten natürlich auch zu den Themen Pflege und Palliativversorgung, selbst wenn das nicht finanziell honoriert wird. So sind wir Apotheker“, erklärt Nejatian. Barzen ergänzt: „Das ist unser großes Problem: Wir kümmern uns um alle Anliegen unserer Kunden, werden aber von der Politik nur mit lobenden Worten entlohnt. Im Anbetracht massiv sinkender Apothekenzahlen – Ende dieses Jahres könnten es unter 17.000 Apotheken in Deutschland sein – ist das eindeutig zu wenig.“

Apotheken und Bundestagswahl

Der Einfluss der Kommunal- und Landespolitiker auf das Wahlprogramm der Parteien für die anstehende Bundestagswahl sei aber nicht zu unterschätzen, daher ruft die Liste 6 alle Apothekerinnen und Apotheker deutschlandweit auf, sich mit ihren Lokalpolitikern zu treffen, um die Anliegen der öffentlichen Apotheken vorzutragen und sie in den Wahlprogrammen der Parteien zu verankern. „Nur was im Wahlprogramm steht, wird in einen möglichen Koalitionsvertrag aufgenommen und nur was dort steht, kann in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden“, so Menkens.

In ihrem eigenen Wahlprogramm spricht sich die Liste 6 ganz klar dafür aus, dass eine jegliche Honorarerhöhung umgehend auch den Mitarbeitern zugutekommen muss, damit der Arbeitsplatz wieder attraktiv wird für junge Menschen. Die derzeit sinkenden Zahlen an den PTA-Schulen seien in Anbetracht der ungewissen Zukunft absolut verständlich.

Außerdem setze man sich für eine schnellere Anerkennung ausländischer Apothekerinnen und Apotheker ein, auch die Erteilung der Approbation nach dem 3. Staatsexamen müsse schneller ablaufen: „Diese Arbeitskräfte fehlen dringend in den Apotheken. Sie haben ihre Prüfung erfolgreich bestanden, möchten arbeiten und wir brauchen sie. Nur läuft die Erteilung der Anerkennung beziehungsweise Approbation derzeit deutlich zu langsam ab. In Einzelfällen gab es schon Probleme mit der Aufenthaltserlaubnis“, so Nejatian und Menkens, die selbst als Prüfer für die Fachsprachenprüfung und das 3. Staatsexamen im Einsatz sind.

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