Randnotiz

Lauterbach: Kaffeetratsch mit Ulla

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Berlin -

Heute haben nicht nur die Verschlechterungen der vergangenen Jahre die Apothekenteams vor die Dresdener Semperoper getrieben. Der letzte der November-Proteste galt vor allem der aktuellen Politik und den Liberalisierungsplänen von Karl Lauterbach (SPD). Der traf sich währenddessen mit einer alten Bekannten: Ulla Schmidt.

Während sich über 2000 demonstrierende Apotheker:innen und deren Teams bei Temperaturen um den Gefrierpunkt für ihren Berufsstand und ihr ökonomisches Überleben einsetzten, war Lauterbach im Gespräch mit seiner Parteikollegin. Dazu postete er auch ein Foto auf Instagram und schrieb dazu: „Schwierige Zeiten auch für Gesundheitsminister. Da ist es immer schön, wenn man beim Kaffee mal einen Erfahrungsaustausch machen kann. Danke, liebe Ulla Schmidt, für das gute Gespräch.“

Dass sich Lauterbach derzeit lieber mit ihr trifft als mit der Apothekerschaft dürfte Letztere nicht verwundern. Während der Gefrierpunkt auch in der Haltung gegenüber Lauterbach längst erreicht ist, sind seine Pläne für eine Apothekenreform bei Schmidt sicher auf mehr Zustimmung getroffen.

Auch die Kommentator:innen können sich bei diesem Duo bissige Kommentare nicht verkneifen, die wohl auch so manche:r aus der Vor-Ort-Apotheke unterschreiben würde: „Welche beiden haben damals die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens auf die Spitze getrieben?“ Apotheker Christoph Kaiser kommentiert: „Schön, gemeinsam scholzen, wer den Niedergang der Lieferfähigkeit von Arzneimitteln eingeleitet hat.“

Karl Lauterbach gilt als geistiger Nachfolger Schmidts und war vor 20 Jahren bereits ihr Berater. Für die Apothekerschaft brachte das vieles ins Rollen. Heute scheint Lauterbach an den Plänen weiterzuarbeiten, die schon damals den Apothekenmarkt zunehmend liberalisierten. Zudem hat er heute wieder Personen im Team, die damals mit ihm zusammen unter Schmidt arbeiteten.

Ja, Lauterbach hat derzeit sicher vieles mit Schmidt zu bereden. Ihre Ansichten dürften sich ähneln. Etwas Positives für die Apotheken dürfte bei diesem Kaffeeklatsch sicher nicht herausgekommen sein.

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