„Null Grund zur Entwarnung“

Kassen: 3,5 Milliarden Euro Überschuss

, Uhr aktualisiert am 05.03.2026 13:23 Uhr
Berlin -

Die Krankenkassen haben das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Doch gebe es „null Grund zur Entwarnung“, sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Blatt.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen demnach im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent. Die beitragspflichtigen Einnahmen hätten hingegen nur um 5,3 Prozent zugenommen. Ohne die Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel 2024/2025 hätten die Krankenkassen die Ausgaben nicht finanzieren können, erklärte der Spitzenverband.

Derselbe Effekt werde nach Prognose des GKV-Schätzerkreises in diesem Jahr eintreten: Der Ausgabenanstieg werde mit 6,6 Prozent über dem erwarteten Anstieg der beitragspflichtigen Einnahmen von 4,9 Prozent liegen. Die erwartete Lücke werde nur durch die Beitragsanhebungen zum 1. Januar 2026 geschlossen.

„Die Gesamtausgaben sind um 7,8 Prozent von 327 auf 352 Milliarden Euro gestiegen“, sagte Blatt der NOZ, in der ambulanten Versorgung seien die Kosten um 7,6 Prozent auf 54 Milliarden gestiegen. Auf Arzneimittel entfielen 58 Milliarden Euro; knapp 6 Prozent mehr als 2024. Zum Jahreswechsel wurden die Zusatzbeiträge um durchschnittlich einen Prozentpunkt auf 3,13 Prozent erhöht. „Dass dieser gesenkt werden kann, ist derzeit illusorisch“, so Blatt weiter. „Im Gegenteil: Wenn in diesem Jahr keine wirksamen Strukturreformen beschlossen werden, um den Ausgabenanstieg deutlich zu drosseln, wird ein Großteil der Kassen spätestens zum nächsten Jahreswechsel die Beiträge abermals anheben müssen.“

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant wegen der erwarteten Milliardenlücke tiefgreifende Reformen. Vorschläge dafür soll eine damit beauftragte Kommission Ende März vorlegen.

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