Inko-Versorgung unter Einkaufspreis

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Berlin -

Die DAK-Gesundheit wird immer wieder für ihre Sparpolitik kritisiert, seien es Retaxationen oder Hilfsmittelverträge. Zuletzt hatte die „Bild“ der Kasse vorgeworfen, mit Verträgen über aufsaugende Inkontinenzprodukte an Senioren zu sparen. Doch auch bei ableitenden Inkontinenzprodukten schaut die DAK genau auf die Kosten. Für Apotheker kann das bedeuten, dass sie bei der Versorgung sogar draufzahlen.

Seit November 2014 hat die DAK Verträge über die Versorgung ihrer Versicherten mit ableitenden Inkontinenzhilfen geschlossen. Die Vereinbarungen umfassen das notwendige Zubehör, die Verbrauchsmaterialien und alle Dienst- und Serviceleistungen. Apotheken, die DAK-Versicherte beliefern wollen, müssen sich präqualifizieren und einem der Verträge beitreten.

Einen Vertrag hat die DAK etwa mit dem Hersteller Uromed geschlossen. Kasse und Hersteller haben darin Preise für die einzelnen Hilfsmittel vereinbart. Für einige Produkte erhält Uromed den Apothekeneinkaufspreis (AEP) minus 10 Prozent plus Mehrwertsteuer, für andere eine feste Summe.

Zu diesen Preisen müssen auch die Apotheken, die dem Vertrag beitreten, liefern. Weitere Zu- oder Aufzahlungen von Versicherten dürfen nicht erhoben werden. Für einen sterilen Bettbeutel mit mit Ablauf erhält Uromed beispielsweise 1,79 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Wollen Apotheken dieses Produkt von Uromed kaufen, zahlen sie im Einkauf 2,95 Euro. Ähnlich bei Bettbeuteln mit Tropfkammer: Der Hersteller erhält 8,11 Euro, die Apotheke zahlt im Einkauf 9,30 Euro. Apotheken müssen also entweder einen anderen Anbieter wählen oder draufzahlen.

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