DAV-Wirtschaftsforum

Der Kampf um Geld und Aufgaben

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Berlin -

Die Apotheker wollen den Patienten einen Medikationsplan ausstellen und in der Apotheke Impfchecks durchführen. Doch in den maßgeblichen Gesetzgebungsverfahren werden sie bislang weitestgehend ausgeblendet. Bei der politischen Diskussionsrunde des DAV-Wirtschaftsforums warben sie bei Vertretern der Parteien dafür, stärker einbezogen zu werden. Der CDU-Gesundheitsexperte Michael Hennrich als einziger Vertreter einer Regierungsfraktion deutete auch an, wo es mehr Geld geben könnte – und wo nicht.

Im Entwurf zum E-Health-Gesetz ist ein Medikationsplan vorgesehen. Doch Fritz Becker, Chef des Deutschen Apothekerverbands (DAV), kann nicht verstehen, warum dieser nur vom Hausarzt erstellt werden soll: Die Daten müssten elektronisch vorliegen und die Apotheker müssten Zugriff auf die Daten haben – mit Zustimmung des Patienten natürlich.

Hennrich hätte damit kein Problem, aber eben nur unter der Prämisse, dass der Patient zugestimmt hat. „Der Patient soll entscheiden, wo das Medikationsmanagement angesiedelt ist, beim Arzt oder beim Apotheker.“ Hennrich konstatierte zudem eine bemerkenswerte Kehrtwende bei den Apothekern, die beim Gematik-Projekt immer eher gebremst hätten.

Kordula Schulz-Asche (Bündnis90/Die Grünen) sprach einen anderen Punkt an. „Grüne haben immer viele Bedenken in Richtung Datenschutz“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion. Sie glaube aber, dass das jetzt geplante Modell sicherer sei als das, was die Ärzte selber aufgebaut hätten. Schulz-Asche betonte, dass aus ihrer Sicht die pharmazeutische Kompetenz in der Apotheke größer als beim Arzt sei.

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