In diesem Jahr stehen gleich mehrere Landtagswahlen an, im März wird unter anderem in Rheinland-Pfalz gewählt. Die CDU macht die Gesundheitsversorgung zum Thema – und verspricht auch eine Stärkung der Apotheken.
„Gesundheit bedeutet Lebensqualität und ist Daseinsvorsorge. Ob in der Stadt oder auf dem Land: Jeder Mensch in Rheinland-Pfalz soll sich darauf verlassen können, im Notfall schnell Hilfe zu bekommen und wohnortnah medizinisch und pharmazeutisch versorgt zu werden“, heißt es im Wahlprogramm der CDU, das den Titel „Weil‘s jetzt gilt!“ trägt. „Deshalb schaffen wir eine Gesundheits- und Pflegestruktur, die überall im Land stark, modern und menschlich ist.“
Dabei geht es auch um die Leistungserbringer: „Unsere Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Pflegerinnen und Pfleger, Therapeutinnen und Therapeuten und unsere Rettungskräfte leisten Tag für Tag Großes. Sie verdienen Respekt, faire Arbeitsbedingungen und eine Politik, die sie stärkt, statt behindert.“
Und weiter: „Apotheken sind für uns Teil der Daseinsvorsorge. Wir setzen uns für eine sichere Apothekenversorgung und den Abbau von Versorgungsengpässen ein. Außerdem werden wir die Pharmazie-Studienplätze erhöhen.“ Dabei gelte es auch, Rheinland-Pfalz weiter als Leitstandort für die Pharma- und Gesundheitswirtschaft sowie für Biomedizin und -technologie zu positionieren.
Gesundheit dürfe keine Frage der Postleitzahl sein. „Wir setzen uns dafür ein, dass überall in Rheinland-Pfalz eine gute medizinische Versorgung gewährleistet bleibt. Dies gilt für die Hausarztpraxis, für Fachärzte und für die Notfallversorgung. Dabei ist die wohnortnahe Versorgung unser Leitprinzip. Wir stärken unsere Haus- und Fachärzte, die die zentrale Stütze unseres Gesundheitssystems bilden. Mit der Erhöhung der Studienplätze in der Humanmedizin und dem Schaffen zielführender Stipendienprogramme werden wir den Arztberuf auf dem Land attraktiver machen. Dazu gehören eine gezielte Förderung, eine gute Infrastruktur und verlässliche Rahmenbedingungen.“
In großen Landkreisen und Regionen, in denen Krankenhäuser in den vergangenen Jahren geschlossen werden mussten, sollen die Kommunen beim Ausbau von sektorenübergreifenden Praxiskliniken unterstützt werden. Diese sollen nach dem individuellen Bedarf und der gemeinsamen Planung von Landkreis und Land ausgerichtet werden: „Diese Zentren können in unterversorgten Regionen haus- und fachärztliche Angebote bündeln und bei Bedarf um passende Angebote erweitert werden, damit medizinische Hilfe auch außerhalb der regulären Sprechzeiten schnell erreichbar ist.“
Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger sollen dort moderne, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und flexible Arbeitszeitmodelle erhalten; so sollen die Gesundheitsberufe im Land attraktiv bleiben. „Damit sind sie ein ergänzender Baustein zur Sicherung der medizinischen Versorgung in der Fläche und stärken die bestehenden Krankenhausstandorte. Dafür stellen wir eine eigenanteilfreie Finanzierung zur Verfügung und werden in der genauen Ausgestaltung die Kommunen und Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen mit in die Umsetzung einbeziehen.“
Auch Apotheken sollen gezielt in die regionale Planung einbezogen werden, um die Versorgung mit Medikamenten in „unmittelbarer Nähe“ sicherzustellen. Auch pflegerische Angebote, insbesondere Tages- und Kurzzeitpflege sowie solitäre Nachpflege, sollen dort integriert werden, sofern sie benötigt werden und ein Träger die Verantwortung übernimmt. „Das stärkt die Zusammenarbeit zwischen medizinischer und pflegerischer Versorgung und entlastet pflegende Angehörige im Alltag.“
Ein weiteres zentrales Anliegen ist die verlässliche und schnelle Vergabe von Facharztterminen. „Zu viele Patientinnen und Patienten warten heute Wochen oder Monate auf notwendige Untersuchungen oder Behandlungen. Das ist nicht akzeptabel. Wir werden deshalb unter anderem die Terminservicestellen stärken und digitale Terminvermittlungen ausbauen. Unser Ziel ist klar: spürbar kürzere Wartezeiten für alle Patientinnen und Patienten.“
Auch die Möglichkeiten der Digitalisierung wolle man nutzen: „Telemedizin und Videosprechstunden können Versorgung sichern, wenn Wege weit sind oder Ärztinnen und Ärzte fehlen. Telemedizin soll deshalb fester Bestandteil der Regelversorgung werden, besonders in Regionen mit Ärztemangel. Sie ist für uns eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt jedoch nicht die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich.“
Mit einem eigenen Landesprogramm „Start, Stay & Comeback“ sollen Medizinerinnen und Mediziner gewonnen oder – zumindest in Teilzeit – von einer Weiterarbeit überzeugt werden. „Das gilt für alle Studentinnen und Studenten der Medizin sowie für alle nicht praktizierenden und älteren Ärztinnen und Ärzte. Zudem muss die Anerkennung ausländischer Abschlüsse unter Wahrung unserer zu Recht 1203 hohen Qualitätsansprüche beschleunigt werden.“