BKK Kinderwunsch: Kasse zahlt bis 42 | APOTHEKE ADHOC
Künstliche Befruchtung

BKK Kinderwunsch: Kasse zahlt bis 42

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Berlin -

Krankenkassen zahlen die Hälfte der Kosten für eine künstliche Befruchtung – unter bestimmten Voraussetzungen. Die BKK Pfalz weitet das Angebot für ihre derzeit 175.000 Versicherten aus. Motto: „BKK Kinderwunsch“.

Seit 2014 übernehmen die Krankenkassen nach § 27a Sozialgesetzbuch (SGB V) einen Teil der Kosten, die im Rahmen einer künstlichen Befruchtung anfallen. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch müssen verschiedene Anforderungen erfüllen, um einen Zuschuss zu bekommen: Die Kosten werden nur für verheiratete Paare übernommen, vorausgesetzt Ei- und Samenzellen der Eheleute werden für die künstliche Befruchtung verwendet. Die Eheleute müssen das 25. Lebensjahr vollendet haben, die Frau darf nicht älter als 40 Jahre sein. Für Männer liegt die Altersgrenze bei 50 Jahren. Es werden jeweils drei befruchtete Eizellen transferiert.

Mit dem neuen Angebot „BKK Kinderwunsch“ will die BKK Pfalz Paare auf ihrem Weg zur Erfüllung ihres Kinderwunsches unterstützen und entlasten. Die Behandlung sei für viele Paare nicht nur emotional und körperlich, sondern auch finanziell belastend.

Paare erhalten daher jetzt über die Leistungen der Regelversorgung hinaus Unterstützung: So wird die Altersgrenze bei Frauen auf 42 Jahre angehoben. Zudem wird die Anzahl möglicher Behandlungsversuche von drei auf vier Versuche erweitert. Um das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften infolge einer künstlichen Befruchtung möglichst gering zu halten, werden bei der Behandlung in der Regel maximal zwei statt der üblichen drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen.

Ein weiterer Vorteil: Auf belastende hormonelle Stimulationstherapien bei der Frau wird so weit wie möglich verzichtet, weil bereits befruchtete Eizellen für gegebenenfalls weitere Transfers konserviert werden.

Auch an Versicherte mit einer anstehenden fruchtbarkeitsgefährdenden Krebstherapie wurde gedacht. Sie erhalten im Rahmen von „BKK Kinderwunsch“ einen Zuschuss, wenn sie vorsorglich ihre Ei- oder Samenzellen konservieren wollen.

Das Angebot wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr bundesweit starten, nachdem die Pilotphase bei reproduktionsmedizinischen Zentren in Bayern abgeschlossen wurde. Interessierte Versicherte können aber auch jetzt schon die im Rahmen des Pilotprojekts teilnehmenden Kinderwunschzentren aufsuchen.

Fast ein Viertel der 20- bis 50-jährigen Paare sind ungewollt kinderlos. Die Gründe dafür sind vielfältig: Veränderte Lebensmuster aber auch Umweltfaktoren schränken die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern stetig ein.

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