Lucas kann Kemmritz ablösen

Berlin: Kammer bald mit neuer Präsidentin

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Berlin -

In Berlin zeichnet sich ein Wechsel an der Spitze der Apothekerkammer ab. Dr. Ina Lucas hat mit ihrer Liste genügend Stimmen gewonnen, um mit ihrem mutmaßlichen Wunschpartner eine Mehrheit zu finden und Dr. Kerstin Kemmritz als Präsidentin ablösen zu können. Damit haben sich die führenden Köpfe aus dem Berliner Apotheker-Verein (BAV) durchgesetzt, gleichzeitig übernimmt mit Lucas erstmals ein Mitglied der Abda-Nachwuchsorganisation Abyou die Führung einer Mitgliedsorganisation.

Auf 985 von 2174 gültigen Stimmen kommt die Liste 3 „Apotheke vor Ort: gemeinsam für die Zukunft der Offizin. Eine Liste für alle.“ und holt damit 21 der 45 Sitze in der Delegiertenversammlung. Zum Vergleich: Unter ihrem alten Namen „Offizin-Apotheke“ war die Liste zuletzt mit 18 Sitzen vertreten. Für eine Mehrheit reicht es für Lucas und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter damit ohne Koalitionspartner nicht.

170 Stimmen und damit drei Sitze holt die Liste 2 „Aktive Apotheker*innen“ unter der Führung von Hendrikje Lambertz. Damit kommen die beiden Listen zusammen auf 24 Sitze und hätten damit eine stabile Mehrheit.

Kemmritz-Liste mit Verlusten

Die Liste 4 „AAA – Allianz Aller Apotheker“ hat nur 448 Stimmen erhalten und bekommt dadurch 9 Sitze in der Delegiertenversammlung. Zuletzt hatte die Liste von Kemmritz elf Delegierte gestellt; in der Legislaturperiode zuvor waren es sogar 15 gewesen.

Mit zehn Sitzen ist die Liste 5 „Apotheker/-innen aus Industrie, Wissenschaft und Verwaltung“ vertreten (452 erhaltene Stimmen). Die Liste war 2015 erstmals angetreten, damals hatte Dr. Björn Wagner de facto als Einzelkandidat gewonnen, sodass er gar nicht alle erhaltenen Plätze besetzen konnte.

Die restlichen 119 Stimmen entfallen auf für die Liste 1 „Hauptstadtapotheker“, die damit zwei Delegierte stellt. Listenführerin Annette Dunin von Przychowski und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter waren in der vorangegangenen Legislatur erstmals angetreten und hatten drei Sitze geholt.

2255 von 5731 Kolleginnen und Kollegen gaben ihre Stimmen ab, die Wahlbeteiligung lag damit bei 39 Prozent. Am 7. Mai findet die konstituierende Sitzung der Delegiertenversammlung statt. In der Eröffnungssitzung der 16. Amtsperiode werden der neue Vorstand und die Präsidentin oder der Präsident sowie die Vizepräsidentin oder der Vizepräsident gewählt.

Verein und Abyou

Lucas gehört zur Abda-Nachwuchsorganisation Abyou und hatte im Vorfeld massiv Wahlkampf gemacht, ihr Gesicht kennen viele Kolleginnen und Kollegen von Veranstaltungen im Umfeld der Abda. Gemeinsam mit Maria Zoschke betreibt sie unter der Dachmarke „Apotheken mit Herz“ vier Standorte in Berlin: 2014 eröffneten sie gemeinsam ihre Apotheke am Bahnhof Lichtenberg, 2017 übernahmen sie die Apotheke im Kaufpark Eiche. Und vor zwei Jahren kauften sie die Nordring- und die Prenz’l-Apotheke. Zoschke wiederum ist im Vorstand des BAV.

Zur Liste 3 gehören mehrere prominente Inhaberinnen und Inhaber, darunter Anike Oleski (MediosApotheke) und Melanie Dolfen (Bezirksapotheke), aber auch der frühere Kammerpräsident Christian Belgardt und dessen Vorgänger Norbert Bartetzko. Auch die BAV-Vorsitzende Anke Rüdinger ist in der Liste, genauso wie ihr Vorgänger Dr. Rainer Bienfait sowie Geschäftsführerin Dr. Susanne Dahmer und ihr Vorgäner Friedrich Wilhelm Wagner. Lambertz von Liste 2 ist ebenfalls im BAV-Vorstand.

„Es war ein herausfordernder und spannender Wahlkampf“, sagte der Vorsitzende des Wahlausschusses, Dr. Frank Keller. „Die kommende Amtsperiode wird für die neue Präsidentin oder den neuen Präsidenten der Apothekerkammer Berlin ein anspruchsvoller Abschnitt. Es herrscht eine besondere Unsicherheit insbesondere im Tätigkeitsfeld ‚öffentliche Apotheke‘: Zu wenig Nachwuchs, finanzielle Sorgen, unsichere politische Rahmenbedingungen. Gerade jetzt muss sich der Berufsstand auf gut aufgestellte und organisierte Standesvertretungen verlassen können. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir eine starke und verlässliche Apothekerkammer haben, um den Herausforderungen unserer Branche standzuhalten und die berufsrechtliche Gestaltung zu formen.“

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