Inhaber trifft SPD-Politiker

„Apothekensterben zeigt, wie fragil die Struktur ist“

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Berlin -

Die Zukunft der pharmazeutischen und wohnortnahen Versorgung durch Apotheken vor Ort ist stark gefährdet. Dies werde immer dann besonders deutlich, wenn Apotheken für immer schließen müssen. „Eine verlässliche Versorgung im direkten Lebensumfeld ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge und entscheidend für die Lebensqualität“, macht Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach Apotheke in Erzhausen, deutlich. Im Gespräch mit Klaus Peter Schellhaas, Landrat im Landkreis Darmstadt-Dieburg und Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprößler (beide SPD), erläutert Nejatian, wie wichtig die Grundstruktur der Apothekenversorgung ist.

Eine gute medizinische und pharmazeutische Infrastruktur direkt vor Ort sei keine Selbstverständlichkeit, betont Nejatian. „Vielmehr ist sie das Ergebnis langfristigen politischen Engagements und verlässlicher Strukturen.“ Das Apothekensterben gefährde die Zukunft dieser Grundstrukturen massiv. Um dies auch den politischen Entscheidungsträger:innen einmal mehr bewusst zu machen, traf er sich mit Schellhaas und Sprößler. „Wir haben über die Zukunft der Versorgung in Erzhausen gesprochen.“

Apothekenversorgung sichern

„Gerade angesichts des demografischen Wandels werde deutlich, dass die medizinische Versorgung im direkten Lebensumfeld entscheidend für die Lebensqualität ist“, erklärt Nejatian. Folglich zeige das Apothekensterben, wie fragil bestehende Strukturen geworden sind.

Eine plötzliche Schließung in der Umgebung sei eine schwierige Situation für die Menschen, die ohne wohnortnahe Versorgung zurecht kommen müssen. „Solche Situationen dürfen sich nicht wiederholen, die Grundstruktur der Apothekenversorgung muss gesichert werden“, fordert der Apothekeninhaber.

„Schellhaas setzte sich als Landrat im Kreis Darmstadt-Dieburg über viele Jahre hinweg konsequent für die Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger ein“, weiß Nejatian. Der Landrat gründete zwei Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Eine starke Apothekenstruktur und die Zentren ermöglichen bis heute eine schnelle, persönliche und unbürokratische Versorgung, stellt der Apotheker klar. „Noch!“, wie er nachdrücklich betont. Wenn man sich nicht gemeinsam stark mache für die Apotheken, sei fraglich, wie lange das Netz der Versorgung noch halte.

Grundstein für Nachwuchs

Die Landsratkandidatin Sprößler wolle an den Kurs ihres Vorgängers anknüpfen. „Medizinische Versorgung vor Ort ist ein sozialer Auftrag“, betont sie. „Heute legen wir den Grundstein für kommende Generationen.“

Im Gespräch bittet Nejatian außerdem, bei Neugründungen von MVZ auch an Apotheken zu denken, die integriert werden könnten. „Wir haben generell über die Situation der Apotheken gesprochen, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Kommunalwahlen.“ Es müsse klar werden, dass Apotheken vor Ort ein unverzichtbarer Teil der Infrastruktur sind, der durch politische Untätigkeit bedroht sei. Denn vor allem das Apothekensterben zeige, wie fragil die Struktur sei.

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