In Sachsen schlossen im vergangenen Jahr 13 Apotheken; im Vergleich zum Vorjahr fiel der Rückgang damit halb so stark aus. Doch von Entwarnung kann laut Kammerpräsident Göran Donner nicht die Rede sein.
„Die Schließungswelle hat sich im Freistaat in 2025 im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas abgeflacht, trotzdem hält der enorme Abwärtstrend der Anzahl öffentlicher Apotheken in Sachsen ungebremst an“, sagt Donner. „Während sich von 2016 bis 2020 die Zahl der öffentlichen Apotheken um insgesamt 36 verringerte, haben wir im darauffolgenden Fünfjahreszeitraum bis Ende 2025 weitere 85 Offizinen verloren.“
Für ihn ist klar: „Klammert die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zugesagte und dringend benötigte Honoraranpassung weiterhin aus, wird die flächendeckende Versorgung in Sachsen künftig absehbar, insbesondere in ländlichen Strukturen, nicht mehr zu halten sein.“
Zwar trage auch der Fachkräftemangel dazu bei, dass Apotheken schließen müssten. „Aber man muss keine höhere Mathematik bemühen, um zu erkennen, dass nur wirtschaftlich gesunde Betriebe die vielfältigen Versorgungsaufgaben und Dienstleistungen – die die Bundesregierung beispielsweise in den Bereichen Prävention, Impfungen und Früherkennungstests in Apotheken mit dem derzeit auf dem Tisch liegenden Entwurf für ein Apothekenreformgesetz noch ausbauen will – übernehmen und anbieten können“, so Donner.
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