Apothekenbesuch

Henke (CDU): Kaum noch Chancen für Rx-Versandverbot

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Berlin -

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke hat sich skeptisch gezeigt, dass es noch vor der nächsten Bundestagswahl am 24. September gelingt, ein Rx-Versandverbotgesetz durch den Bundestag zu bringen. „Es gibt nur noch vier Sitzungswochen“, sagte Henke, der auch Vorsitzender des Marburger Bundes ist, bei einem Besuch der Wittener Rathaus-Apotheke. Henke sprach sich für ein Verbot des Versandhandels von Medikamenten aus.

Nach einem Bericht der WAZ diskutierte Henke, selbst Facharzt für Innere Medizin, auf Einladung von CDU-Landtagskandidat Simon Nowack mit Apotheker Burkhard Waimann über das Verbot des Versandhandels von rezeptpflichtigen Arzneimitteln. „Es ist uns Apothekern ein Dorn im Auge, wenn jemand aus dem Ausland meint, alle kranken Leute günstiger versorgen zu müssen“, machte Waimann, der das Geschäft am Rathaus vor gut acht Jahren übernommen hat, seinem Ärger Luft. Normalerweise gebe es eine Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente, die nicht umgangen werden sollte. Doch diese „Friedenslinie“, so Henke, sei gerissen, die Rabattschlachten aus- und inländischer Versandhändler hätten begonnen.

Nun gebe es seit Dezember einen Gesetzentwurf, der den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln verbieten soll. „Wir sind für dieses Verbot“, stellte Henke für die CDU klar. Doch man habe die Rechnung ohne die Genossen in Berlin gemacht, die sich quer stellten. „Deshalb kommt das Kabinett zu keinem Beschluss. Und es gibt nur noch vier Sitzungswochen“, sagte Henke laut WAZ. Die Chance, das Verbot durchzukriegen, halte er für gering.

Für Apotheker Waimann jedoch wäre dies die einzige Lösung. Denn obwohl sich gegen Mittag die Menschen im Verkaufsraum zeitweise drängeln, habe er bereits einen Rückgang an Kunden zu beklagen. Dabei stehe hier die persönliche Beratung im Vordergrund, die ein Versandhändler so nie leisten könne. „Und im Bedarfsfall liefern wir auch nach Hause.“ Nicht zuletzt gehöre zu seiner Apotheke ein komplettes Labor, in dem Rezepturen angerührt werden. Dafür seien teure Geräte, etwa Waagen, nötig. Einen Gewinn könne man damit nicht einfahren, bestätigt Apotheker und Filialleiter Lutz van Dyk. Es sei wichtig, dass der Gesetzgeber das Gesundheitssystem schütze und unfairen Handel verhindere.

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