Warentest: Mit Apps gegen die Angst?

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Berlin -

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Leiden. Der Alltag der Betroffenen ist häufig massiv eingeschränkt. Die Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt sind lang. Verschiedene Apps sollen den Umgang mit den Ängsten erleichtern können. Stiftung Warentest hat verschiedene Programme unter die Lupe genommen und bewertet. Nicht alle konnten überzeugen.

Angst kann viele Ursachen haben. Manche Menschen fürchten sich beispielsweise vor Spinnen oder Schlangen, andere bekommen bei dem Gedanken an geschlossene Räume oder Höhe ein flaues Gefühl im Magen. Manchmal können Betroffene jedoch gar nicht ausmachen, woher das Gefühl kommt. Plötzlich ist sie einfach da, die Angst: Es kommt zu Herzrasen, Zittern, Schwindel oder Übelkeit. Solche Panikattacken halten meist mehrere Minuten an und klingen dann wieder ab. Für Betroffene können sich diese Minuten jedoch wie eine Ewigkeit anfühlen.

Wartezeiten oft lang

Es ist schnelle Hilfe gefragt, doch auf einen Termin beim Spezialisten warten Betroffene oft monatelang. Zur Überbrückung können digitale Programme ins Spiel kommen: Verschiedene Apps versprechen Linderung und Hilfe beim Umgang mit Panikstörungen, Agoraphobie oder sozialer Phobie. Vor allem zur Überbrückung bis zum Therapiebeginn oder auch als Ergänzung können solche Apps sinnvoll sein. Doch nicht alle sind gleichermaßen gut geeignet.

Insgesamt nahm Stiftung Warentest sieben Apps unter die Lupe. Doch nur zwei von ihnen schnitten mit der Gesamtnote „gut“ ab: HelloBetter und Velibra. Die Programme Mindable und Selfapy wurden mit „befriedigend“ bewertet, Novego schnitt mit „ausreichend“ ab und die App von Kim Fleckenstein erhielt ein „mangelhaft“. Ein Programm (Invirto) wurde nicht bewertet, da der Anbieter nicht mit Stiftung Warentest kooperierte und eine verdeckte Inanspruchnahme nicht möglich war.

Übersicht der Ergebnisse von Stiftung Warentest

HelloBetter

  • Testsieger
  • Gesamtnote: gut (2,0)
  • gut strukturiertes Konzept
  • Wirksamkeit durch Studien belegt
  • im Aufnahmeprozess als digitale Gesundheitsanwendung für das Verzeichnis des BfArM
  • frei zugänglich über die Website buchbar
  • eine Kasse zahlt das Programm
  • Übungen per Text, Video und Audio

Velibra

  • Gesamtnote: gut (2,3)
  • überzeugendes Konzept
  • Wirksamkeit durch Studien belegt
  • alle Kassen übernehmen das Programm, für Selbstzahler 952 Euro
  • im Verzeichnis des BfArM als digitale Gesundheitsanwendung gelistet
  • nur per Rezept durch Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen verfügbar
  • Übungen zur Selbstbeobachtung und Konfrontation
  • viele informative Hintergrundtexte

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