Cortison-Nasensprays sind der Goldstandard bei der Therapie der allergischen Rhinitis. Sie gelten als effektivste Substanzen und besitzen nicht nur eine antiallergische, sondern auch eine antientzündliche Wirkung und sind zudem gut verträglich. Doch es gibt Beanstandungen zur Sprühfunktion von Mometason-haltigen Nasensprays. Werden die Hinweise zur Anwendung nicht beachtet, können die thixotropen Formulierungen die Austrittsöffnungen verstopfen und die Anwendung beeinträchtigen.
Cortison-Nasensprays sind zur symptomatischen Behandlung von Heuschnupfen – saisonaler allergischer Rhinitis – zugelassen. Voraussetzung ist die Heuschnupfen-Erstdiagnose durch einen Arzt oder eine Ärztin. Die Ausschüttung von Histamin wird gemindert und in den Entzündungsprozess regulierend eingegriffen. Dabei ist die systemische Aufnahme nach nasaler Gabe gering – bei Mometasonfuroat gelangt weniger als 1 Prozent (weniger als 0,002 mg pro Tag) Wirkstoff in den Blutkreislauf.
Mometason-haltige Nasensprays sind thixotrope Formulierungen. Im Ruhezustand erscheint die Suspension dickflüssig und beim Schütteln nimmt die Viskosität ab. Dies soll verhindern, dass die Zubereitung über einen längeren Zeitraum bricht oder sich die festen Bestandteile absetzen. Allerdings können nach der Anwendung Rückstände im Nasenstück verbleiben, gelartig werden und schließlich die Austrittsöffnung verstopfen.
Der AMK liegen Spontanmeldungen zu Mometason-haltigen Nasensprays im Zeitraum von Januar 2017 bis September 2025 vor. Diese wurden ausgewertet und 208 Beanstandungen zu eingeschränkter Sprühfunktion erfasst – 26 Meldungen entfallen auf OTC-Arzneimittel. Das Problem: Nach wenigen Anwendungen werden nur noch ungleichmäßige oder keine Sprühstöße mehr abgegeben. Betroffen sind Arzneimittel von 17 verschiedenen Zulassungsinhabern.
In nur acht Fällen konnte die eingeschränkte Sprühfunktion auf einen herstellungsbedingten Qualitätsmangel zurückgeführt werden. In 24 Fällen konnten Manipulationen am Nasenstück festgestellt werden, beispielsweise der Versuch, den Sprühkopf mit spitzen Gegenständen wieder durchlässig zu machen. Die Unternehmen führen das Fehlerbild somit überwiegend auf eine nicht sachgemäße Reinigung beziehungsweise Manipulation des Applikators zurück, heißt es von der AMK.
Die Gebrauchsinformationen enthalten entsprechende Hinweise zur Handhabung sowie Reinigung. Beispielsweise sollen das Nasenstück und die Schutzkappe regelmäßig in warmem Wasser gereinigt und unter fließendem Wasser abgespült werden. Zudem darf die Austrittsöffnung nicht mit Nadeln oder anderen spitzen Gegenständen bearbeitet werden, da dadurch der Sprühkopf beziehungsweise der Mechanismus für die Feinverneblung beschädigt werden kann. In der Folge der Manipulation kann die korrekte Dosisabgabe beeinträchtigt werden. Die Öffnung misst etwa 0,2 mm, die dahinterliegende Verwirbelungskammer ist noch feiner.
Die Auswertung der AMK zeige, dass auch die Pflege und Reinigung der Applikatoren häufig patientenseitigen Fehlern unterliegen können, wenn die Hinweise der Gebrauchsinformation nicht korrekt befolgt werden.
In der Literatur sind bei Cortison-haltigen Nasensprays Anwendungsfehler mit Blick auf die korrekte Sprühtechnik beschrieben. Dabei gilt es, von der Nasescheidewand weg zu sprühen, um Septumperforationen zu verhindern. Wer also mit der rechten Hand in das linke Nasenloch und somit von der Nasenscheidewand wegsprüht, erzielt einen besseren Sprühwinkel und beugt Schädigungen vor, weil das Septum nicht mit dem Arzneimittel benetzt wird.
Der Rat der AMK: Bei Reklamationen defekter Pumpmechanismen nach der durchgeführten Reinigung fragen, um zwischen einem Verdacht eines Qualitätsmangels und einem Anwendungsfehler differenzieren zu können. Zudem sollen Kund:innen bei der Abgabe Mometason-haltiger Nasensprays auf die korrekte Handhabung und Reinigung entsprechend der Gebrauchsinformation informiert werden.
APOTHEKE ADHOC Debatte