Verhütung mittels Spermien-Antikörper

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Berlin - Monoklonale Antikörper werden in immer mehr Indikationen eingesetzt. Ein mögliches neues Feld ist die Verhütung. Als Film lokal auf die Vaginalschleimhaut aufgetragen, soll der Human Contraception Antibody (HCA) Spermien immobilisieren.

Die lokalen Verhütungsmethoden spielen, abgesehen vom Kondom, in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle. Egal, ob als Barrieremethode mittels Diaphragma oder in Form von chemischen Methoden wie spermiziden Cremes – bislang lehnen die meisten Frauen diese Verhütungsmethoden in Deutschland ab. Spermizide Gele mit dem Wirkstoff Nonoxynol-9 werden heute nicht mehr angewendet. Frauen, die dieses Gel nutzen, müssen auf Hersteller aus dem Ausland ausweichen. In Deutschland werden Gele auf Milchsäure-Basis vertrieben. Präparate wie Contragel (Kessel) und Caya (Kessel) lähmen die Spermien. Die Gele müssen zusammen mit einer Barrieremethode angewendet werden.

Nun wird ein neuer Antikörper als Verhütungsmethode getestet. Dieser Human Contraception Antibody (HCA) soll direkt auf die Vaginalschleimhaut aufgetragen werden können. Der Vorteil: Es wird keine zusätzliche Barrieremethode benötigt. „HCA scheint für die Verwendung als Verhütungsmittel geeignet zu sein und könnte als On-Demand-Methode zur Empfängnisverhütung vaginal in einem auflösbaren Film verabreicht werden“, erklärt Professor Dr. Deborah J. Anderson von der Boston University School of Medicine.

Antispermien-Antikörper als Basis für weitere Forschung

Der Antispermien-Antikörper wird nun zunächst an 30 Frauen im Rahmen einer Phase-I-Studie getestet. Erste Ergebnisse sollen im April kommenden Jahres vorliegen. Die Wirkung beruht auf der Reaktion mit dem Glykan-Epitop auf CD52g. Hierbei handelt es sich um ein Glykoprotein, das zahlreich auf Spermien vorkommt. Solche natürlichen Antispermien-Antikörper finden sich häufig im Genitalsekret von unfruchtbaren Männern. Der MAK beeinflusst die Beweglichkeit der Spermien. Das Vaginalgel soll dafür sorgen, dass die Spermien immobil werden und schneller agglutinieren. Ein Nachteil der Antikörpertherapie ist der Preis – MAK sind weitaus kostenintensiver als der Einsatz anderer Verhütungsmethoden.

Der Forschungsansatz könnte auch für andere Behandlungsziele genutzt werden. Abseits der Verhütung sehen Forscher:innen einen möglichen Einsatz in der HIV-Prävention. Auch zur Vermeidung einer Herpes-Infektion könnte die Technologie genutzt werden. Sollte es gelingen, so würde das Antispermien-Antikörper-Vaginalgel die zweite Verhütungsmethoden neben dem Kondom sein, die auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann – zumindest teilweise.

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