Pilzinfektionen

Vagisan Myko kommt für drei Tage

, Uhr
Berlin -

Dr. Wolff erweitert das Vagisan-Portfolio: Ab sofort findet sich unter der Dachmarke neben der Kombipackung für einen Tag auch eine 3-Tages-Kombination für Vaginalpilz. Die neue Vagisan Myko Kombi 3 Tage soll Canifug ablösen.

Mit Canifug Cremolum hat der Hersteller bereits ein Clotrimazol-haltiges Produkt für die 3-Tages-Therapie auf dem Markt. Hintergrund der Portfolio-Erweiterung von Vagisan sei die deutlich erhöhte Nachfrage, so eine Sprecherin: „Wir wollten unter der starken Marke Vagisan den Frauen gerne nun auch diese Möglichkeit anbieten.“ Die neue 3-Tages-Kombi ist ab sofort erhältlich. In der ersten Phase werden Canifug und Vagisan parallel verkauft. Anschließend sollen die Verschreibungen und Empfehlungen laut Hersteller sukzessive auf Vagisan umverteilt werden. Der Prozess soll vom Außendienst eng begleitet werden.

Bei der Neueinführung setzt der Hersteller nach eigenen Angaben wieder auf die bewährte Cremolum-Technik der Zäpfchen, die bereits bei der 1-Tages-Therapie von Vagisan und auch bei Canifug Cremolum zum Einsatz kommt. Die Vaginalzäpfchen schmelzen rückstandslos und können ohne Applikator eingeführt werden. Neben der pilzabtötenden Wirkung soll durch die Galenik auch ein cremender Effekt entstehen: Das Zäpfchen bildet zusammen mit der Scheidenflüssigkeit eine pflegende Creme.

Bei der bisherigen 1-Tages-Kombination von Vagisan wird nur an einem Abend ein Zäpfchen eingeführt. Die Creme soll zusätzlich zweimal täglich eine Woche lang aufgetragen werden. Bei den 3-Tages-Kombinationen von Vagisan und Canifug wird an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils ein Zäpfchen eingeführt. Die Creme wird ebenfalls zweimal täglich aufgetragen, jedoch nur für die Behandlungdauer von drei Tagen.

Der enthaltene Wirkstoff Clotrimazol zählt zu den Imidazol-Derivaten. Er hemmt die Ergosterolsynthese der Pilze. Dadurch kommt es zu Aufbau- und Funktionsstörungen der Zellmembran und die Vermehrung der Pilze wird gestört. Als unerwünschte Wirkungen können lokale Hautreizungen oder Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Die Vaginalflora besteht zum Großteil aus Lactobazillen: Diese bilden Milchsäure und Wasserstoffperoxid und sorgen so für ein saures Scheidenmilieu mit einem pH-Wert von ungefähr 3,8 bis 4,4. Wird die gesunde Flora zerstört, steigt der pH-Wert an und schädliche Keime können sich vermehren. Auslöser für solche pH-Verschiebungen können falsche Reinigung des Intimbereichs, Medikamente wie Antibiotika oder Kortison, hormonelle Schwankungen oder Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus sein.

Oft verläuft eine Pilzinfektion zunächst asymptomatisch. Erst im weiteren Verlauf kommt es zu den typischen Beschwerden wie Jucken und Brennen im Intimbereich. Auch Schwellungen oder Rötungen können hinzukommen. Die Symptome werden meist durch den Hefepilz Candida verursacht. Häufig kommt es auch zu einem krümeligen, weiß-gelblichen Ausfluss.

Dr. Wolff hat vor kurzem erstmals die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro geknackt: Der Bielefelder Arzneimittel- und Kosmetikhersteller erwirtschaftete im vergangenen Jahr insgesamt 309 Millionen Euro. Die medizinischen Marken legten insgesamt um 4 Prozent zu. Mit Vagisan, Linola, EtoPril und Linoseptic erwirtschaftete der Unternehmensbereich Dr. August Wolff 87 Millionen Euro. Ein Gewinner ist Vagisan mit einem Plus von 10 Prozent. In Deutschland stiegen die Umsätze im Bereich der Gynäkologie auf 23 Millionen Euro. Das Produktsortiment wurde zuletzt um die Tampon-Alternative SafeCup erweitert.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Milchsäurebakterien werden Arzneimittel
Döderlein: Medizinprodukt wird abverkauft
„Diese Kundschaft kommt gar nicht in die Apotheke“
Apotheken packen für Lieferando
Mehr aus Ressort
Wichtige Krebsprävention
HPV-Impfung: KBV startet Kampagne
China verunsichert Unternehmen
Neue Engpässe wegen Anti-Spionagegesetz?
Postexpositionsprophylaxe Tollwut
Rabipur/Verorab: Impfstoffwechsel möglich

APOTHEKE ADHOC Debatte