Typ-2-Diabetes ist als eine chronisch fortschreitende Erkrankung bekannt, die bisher lediglich medikamentös kontrolliert werden konnte. Neue klinische Daten rücken jedoch die Remission in den Fokus. Durch eine Ernährungsumstellung sinken die Blutzuckerwerte dauerhaft in einen Bereich unterhalb der Diabetes-Diagnoseschwelle. Und das ohne die Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten.
Von einer Remission des Typ-2-Diabetes wird in der Regel gesprochen, wenn der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) über einen längeren Zeitraum unter 6 Prozent liegt. Eine aktuelle klinische Untersuchung mit 320 Teilnehmenden zeigt nun, dass dieses Ziel nicht nur durch radikalen Verzicht, sondern durch gezielte, datengestützte Verhaltensänderungen erreichbar ist.
In der Studie „Unlocking Potential: Personalized Lifestyle Therapy for Type 2 Diabetes Through a Predictive Algorithm-Driven Digital Therapeutic“ erreichten fast 25 Prozent der Proband:innen einen Status, in dem die Erkrankung als inaktiv oder in Remission gilt. Parallel dazu wurde eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 4,7 Kilogramm sowie eine Senkung des HbA1c-Wertes um 0,80 Prozentpunkte innerhalb von sechs Monaten beobachtet.
Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Erkenntnis, dass Lebensmittel bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedliche Blutzuckereffekte auslösen. Während ein Apfel bei einer Person nur einen geringen Anstieg verursacht, kann er bei einer anderen zu hohen Spitzenwerten führen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Journal of Diabetes Science and Technology veröffentlicht.
Hier setzen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie die App „Glucura“ an. Der methodische Kern basiert auf zwei Säulen:
Die Herausforderung bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes liegt meist in der langfristigen Therapietreue. Die Studie deutet darauf hin, dass die Remission eher gelingt, wenn Patient:innen nicht gegen ihre Gewohnheiten arbeiten. Durch die Identifikation der „Übeltäter-Lebensmittel“ können oft über 80 Prozent der gewohnten Ernährung beibehalten werden, während nur kleine, aber wirkungsvolle Korrekturen vorgenommen werden.
Konkret: Durch die zweiwöchige CGM filterte die App aus dem gesamten Ernährungstagebuch der Teilnehmenden genau jene wenigen Lebensmittel heraus, die für die massivsten Blutzuckerspitzen verantwortlich waren.
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