Effekt nach einer Woche

Salzarme Diät: Wirkung vergleichbar mit Antihypertonika

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Berlin -

Zu viel Salz ist nicht gesund: Ein erhöhter Konsum fördert Herz-Kreislauferkrankungen und kann sogar das Immunsystem beeinträchtigen. Nun haben Forscher:innen belegt, dass eine maßgebliche Reduzierung bereits nach einer Woche deutliche Effekte zeigt. Der systolischen Blutdruck konnte um etwa 6 mmHg gesenkt werden.

Wird zu viel Natrium über die Nahrung aufgenommen, so kann dies zu erhöhtem Blutdruck und vermehrten kardiovaskulären Ereignissen einschließlich Schlaganfall führen. Zudem kann auch das Immunsystem geschwächt werden. Denn ein erhöhter Salzkonsum stört die Energieversorgung von regulatorischen T-Zellen. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Erwachsene eine Natriumaufnahme auf maximal 2000 mg pro Tag zu begrenzen. Diese Menge entspricht etwa 5000 mg Kochsalz (Natriumchlorid). Das Problem: Hierzulande konsumieren Verbraucher:innen deutlich mehr. Verarbeitete Lebensmittel enthalten oftmals zu viel Salz.

In der Cardia-SSBP-Studie konnte eindeutig der Zusammenhang zwischen einer salzarmen Ernährung und der daraus resultierenden Blutdrucksenkung belegt werden. Untersucht wurden 213 Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren, mit und ohne Hypertonie. Die Proband:innen aßen in randomisierter Reihenfolge, jeweils eine Woche lang natriumreich mit ca. 2200 mg Natrium zusätzlich zu ihrer gewohnten Ernährung, sowie eine Woche lang natriumarm mit ca. 500 mg Natrium täglich.

Der mittlere systolische Blutdruck der Teilnehmenden betrug zum Studienstartpunkt:

  • 125 mmHg bei der gewohnten Ernährung
  • 126 mmHg bei der natriumreichen Ernährung (nach 1 Woche)
  • 119 mmHg bei der natriumarmen Ernährung (nach 1 Woche)

Die salzarme Diät bewirkte bei 73 Prozent der Personen eine Blutdrucksenkung, und zwar unabhängig vom Hypertonie-Status und Einnahme antihypertensiver Medikamente. Schon nach etwa einer Woche mit salzarmer Ernährung senkte sich der systolische Blutdruck um durchschnittlich 6 mmHg. Die salzreiche Ernährung schlug indes nach einer Woche noch nicht signifikant zu Buche.

„Die Blutdrucksenkung, die wir hier sehen, ist bedeutsam“, so Dr. Deepak Gupta vom Vanderbilt University Medical Center, Tennessee. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Jama“ veröffentlicht. Dabei betonen die Forschenden, dass die Effekte der natriumarmen Ernährung mit denen einer „Erstlinienbehandlung“ vergleichbar seien. Bekannte Wirkstoffe einer solchen Behandlung sind beispielsweise Thiazide.

Der Experte rät deshalb: „Wenn Menschen eine natriumarme Ernährung einhalten, können sie möglicherweise auf die Einnahme von Antihypertensiva verzichten, und bei Menschen mit normalem Blutdruck ist das Risiko für die Entwicklung einer Hypertonie geringer.“

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