Arzneibuch

DAB: Salben werden Cremes

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Berlin -

Im Januar 2016 kommt eine neue Version des Deutschen Arzneibuches (DAB). Dann müssen sich die Apothekenmitarbeiter von einigen gewohnten Begriffen verabschieden. Die Kühlsalbe DAB wird es in Zukunft ebensowenig mehr geben wie die Wasserhaltige hydrophile Salbe.

Es geht um drei der wichtigsten Salbengrundlagen in der Apotheke, ohne die kaum eine dermatologische Rezeptur auskommt. Mit der neuen Version des DAB wird es noch stärker an die Strukturen des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.) angepasst. Dabei werden auch Bezeichnungen für halbfeste Zubereitungen verändert.

Die „Wasserhaltige hydrophile Salbe“ wird zum Jahreswechsel umbenannt und heißt fortan „Anionische hydrophile Creme“. Die „Kühlsalbe DAB“, auch unter dem lateinischen Begriff „Unguentum leniens“ in den Apotheken bekannt, heißt fortan „Kühlcreme DAB“. Die dritte Änderung betrifft die Wasserhaltige Wollwachsalkoholsalbe; sie wird ebenfalls zur Creme und ist zukünftig unter „Wollwachsalkoholcreme DAB“ zu finden.

Durch die Umbenennung werden die Namen an die eigentliche Galenik angepasst. Genau betrachtet sind nämlich alle drei Salben tatsächlich „Cremes“. Nach den Regeln des Ph. Eur. ist eine Salbe eine wasserfreie Zubereitung auf einer Fettgrundlage, zum Beispiel Vaseline. Salben bleiben lang auf der Hautoberfläche, sie werden daher häufig verwendet, wenn ein Wirkstoff über einen längeren Zeitraum durch die Haut penetrieren soll.

Im Gegensatz dazu sind Cremes Emulsionen, das heißt: Grundlage der Rezeptur ist immer ein Gemisch aus einer wässerigen und einer öligen Komponente. Bei allen drei Grundlagen ist genau dies auch der Fall, dementsprechend ist auch die Bezeichnung als Creme aus Sicht von Galenikern die richtige Bezeichnung. Eine wasserhaltige Salbe dürfte es streng genommen gar nicht geben.

In vielen Apotheken werden die Gefäße der Grundlagen bereits mit den lateinischen Namen beschriftet. Wer sich also an „Unguentum leniens“, „Unguentum emulsificans aquosum“ oder „Eucerinum cum Aqua“ gewöhnt hat, wird sich nicht umstellen müssen.

Unguentum leitet sich vom lateinischen Verb „unguere“ ab. Wörtlich übersetzt bedeutet es in etwa „einstreichen, einsalben“. An den Universitäten dürften ab 2016 die Skripte für das Arzneiformenlehrepraktikum abgeändert werden. Bis sich die neuen Namen eingebürgert haben werden, wird es vermutlich einige Zeit dauern.

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