Bimatoprost für lange Wimpern | APOTHEKE ADHOC
Lifestyle-Präparat

Bimatoprost für lange Wimpern

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Mit Hilfe des Prostaglandin-Derivats Bimatoprost können Frauen in den USA künftig ihre Wimpern verschönern. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat kurz vor dem Jahreswechsel das Medikament Latisse (0,03-prozentige Bimatoprost-Lösung) zur Anwendung bei Hypotrichose der Wimpern zugelassen. Laut Produktinformation des US-Herstellers Allergan erhöht das Mittel das Wachstum der Härchen an den Augenlidern und macht sie länger, dichter und dunkler. Latisse soll noch im ersten Quartal dieses Jahres auf ärztliche Verschreibung in den USA erhältlich sein.

Das Wachstum der Wimpern gehört zu den bekannten Nebenwirkungen des Bimatoprost-Präparates Lumigan von Allergan, das zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt wird. Der Effekt ist jedoch nicht unbegrenzt: Den Angaben in der Fachinformation zufolge ist die maximale Wimpernlänge nach einer 16-wöchigen Anwendung von Latisse erreicht. Nach dem Absetzen des Präparates stellt sich laut Beipackzettel das ursprüngliche Erscheinungsbild der Wimpern innerhalb von einigen Wochen bis Monaten wieder her.

Latisse wird zur Nacht mit Hilfe eines Applikators auf den Rand des oberen Augenlids aufgetragen. Wie bei Lumigan kann auch unter der Latisse-Anwendung eine dunkle Pigmentierung der Iris auftreten. Zu den weiteren Nebenwirkungen zählen eine Hyperämie der Bindehaut sowie Augenjucken. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, die Lösung nur auf die vorgesehenen Stellen aufzutragen. Ein wiederholter Kontakt von Latisse mit anderen Hautarealen könne auch dort zu verstärktem Haarwuchs führen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen die Nebenwirkung eines Arzneimittels zur Entwicklung eines Lifestylepräparates nutzt: So wurde der Arzneistoff Minoxidil vor 20 Jahren als Antihypertonikum zugelassen. Bei einigen der behandelten Patienten trat eine vermehrte Körperbehaarung (Hypertrichose) als Nebenwirkung auf. Heute wird das Minoxidil-haltige Präpart Regaine als Haarwuchsmittel verkauft. Die lukrative Nebenwirkung des ursprünglich gegen Herzleiden entwickelten Phosphodiesterase-V-Hemmers Sildenafil (Viagra) stellte sich bereits in der Testphase heraus. Allergan hat mit Botulinumtoxin (Botox), das zunächst als Antihyperhydrotikum entwickelt wurde, einen Blockbuster im Bereich der kosmetischen Pharmazie auf dem Markt.

Deutsche Frauen müssen sich wohl weiterhin mit herkömmlichen Kosmetika behelfen. Eine Einführung hierzulande stehe nicht unmittelbar bevor, sagte ein Allergan-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Das Präparat werde zunächst nur auf dem US-Markt vertrieben. Wenn es in den USA allerdings gut anlaufe, werde eine Zulassung sicherlich auch für andere Länder angestrebt, so der Sprecher.

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