Das neue Jahr startet mit 546 Lieferengpässen bei Arzneimitteln. So viele sind derzeit beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet. Am Freitag wurden neue Meldungen dokumentiert – darunter eine Verlängerung der Nichtverfügbarkeit für Salbutamol. Aber auch für Galantamin und Quetiapin wurden die Lieferausfälle verlängert.
Beim BfArM sind Engpässe Salbutamol-haltiger Arzneimittel in pulmonaler Darreichungsform von verschiedenen Herstellern gemeldet, und zwar bereits seit Februar 2023. 1 A Pharma und Hexal haben die Lieferausfälle heute bis voraussichtlich Ende Februar verlängert. Infectopharm hat derzeit für Bronchospray Novo den 20. März als mögliches Enddatum des Engpasses gemeldet.
Auch für Galantamin sind seit Monaten Lieferengpässe beim BfArM gemeldet. Betroffen sind verschiedene Wirkstärken des Alzheimer-Medikaments und beinahe alle Anbieter fallen aus – eigentlich sollten die Engpässe zum neuen Jahr beendet sein, doch nun melden einige Hersteller eine Verlängerung. Das Antidementivum fehlt zu 8, 16 und 24 mg als retardierte Hartkapsel. Engpässe melden 1 A Pharma, Glenmark, Heumann, Neuraxpharm, Ratiopharm und Axiromed. Galanaxiro sollte voraussichtlich bis Jahresende 2025 von Lieferengpässen betroffen sein – ein Update steht noch aus. Galantamin Ratiopharm zu 8, 16 und 24 mg werden voraussichtlich bis 29. April ausfallen. Seit Oktober 2024 besteht bereits bei Galantamin Glenmark zu 8 mg, 16 mg und 24 mg Hartkapseln retardiert ein Lieferengpass. Dieser wird voraussichtlich bis Ende Januar (8 und 16 mg) beziehungsweise 27. Februar (24 mg) andauern. Heumann fällt in alle Stärken voraussichtlich bis Mai aus. Bei Galantamin 1 A Pharma ist ein Ende der Engpässe Stand jetzt im April in Sicht. Als Gründe für die eingeschränkten Verfügbarkeiten geben die Hersteller Produktionsprobleme und eine erhöhte Nachfrage an. Mit Donepezil und Rivastigmin sind hierzulande zwei weitere Cholinesterasehemmer am Markt. Die Parasympathomimetika hemmen den Abbau von Acetylcholin.
Knapp 50 Engpässe sind für Quetiapin-haltige retardierte Präparate gemeldet. Darunter ist Accord bis voraussichtlich Ende Juni 2026, Heumann bis wahrscheinlich Mai. Hexal hofft, im Januar/Februar wieder liefern zu können. Möglich ist eine Umstellung auf nicht-retardierte Quetiapin-Präparate. Allerdings sind die Filmtabletten im Gegensatz zu den Retardtabletten nicht zur Behandlung depressiver Erkrankungen zugelassen. Außerdem kann die Compliance beeinträchtigt sein, denn Filmtabletten müssen in der Regel zweimal täglich angewendet werden, und zwar unabhängig von den Mahlzeiten. Quetiapin retard wird hingegen einmal täglich ohne Nahrung und im Ganzen geschluckt.
Einen Engpass gibt es auch bei Candesartan Basics bis voraussichtlich Ende Januar. Blopress (Candesartan) zu 16 mg wird schätzungsweise im Oktober 2028 wieder lieferbar sein.
Ferrlecit (Eisen(III)-natrium-D-gluconat-hydroxid-oxid-Komplex) zu 40 und 62,5 mg bleibt vorerst bis Ende April knapp.
Für Atorvastatin melden Basics, Puren, Micro Labs, 1 A Pharma und Aristo Engpässe in verschiedenen Stärken. Basics wird voraussichtlich im Februar wieder liefern können und Puren sowie Micro Labs einzelne Stärken noch im Januar.
Ciprofloxacin als Tablette zu 250 und 750 mg fehlt derzeit von Basics aufgrund von unzureichenden Produktionskapazitäten und wird schätzungsweise zum Monatsende wieder geliefert. Auch Ciprofloxacin von Hexal und 1 A Pharma zu je 100 mg sollen ab Februar wieder zur Verfügung stehen.
Die Kombination aus Ezetimib und Simvastatin bleibt aufgrund von Produktionsproblemen bei einzelnen Herstellern bis Februar (Basics) beziehungsweise April (Glenmark) knapp.
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