I can learn, I can work

Weltautismustag: Zugang zu Bildung und Beschäftigung verbessern

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Berlin -

Seit 2008 findet jedes Jahr am 2. April der internationale Weltautismustag statt. Normalerweise klären an diesem Tag zahlreiche Vor-Ort-Aktionen über die Erkrankung auf. Die Pandemie lässt dies jedoch nun schon das zweite Jahr in Folge nicht zu. Einige Termine werden daher virtuell durchgeführt. Menschen mit Autismus nehmen die aktuelle Situation oft als besonders belastend wahr.

Erkrankungen des Autismus-Spektrums sind zunächst einmal für die Mitmenschen nicht sichtbar. Umso wichtiger sei es, Betroffene anzuhören und ihre individuellen Erfahrungen mit Barrieren aufzunehmen, erläutert der Bundesverband Autismus Deutschland. Anlässlich des Weltautismustages kommen viele Betroffene zu Wort, um ihre Wahrnehmung der Pandemie darzustellen.

Im Jahr 2020 und 2021 steht der Weltautismustag unter dem Motto „I can learn, I can work“: Besonderer Fokus soll dabei darauf liegen, das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen und das Verständnis für Autismus zu entwickeln – insbesondere darüber, wie Menschen mit Autismus den Zugang zu Bildung und Beschäftigung am besten verbessern können.

Beim Autismus handelt es sich um eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung. Die Auswirkungen können vielseitig sein und sich vor allem auf die Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung auswirken. Daraus resultieren häufig Schwierigkeiten in sozialer Interaktion, Kommunikation und Verhalten.

„Menschen mit Autismus können soziale und emotionale Signale nur schwer einschätzen und haben ebenso Schwierigkeiten, diese auszusenden“, fasst der Bundesverband zu Förderung von Menschen mit Autismus die Auswirkungen zusammen. „Die Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen oder Verhaltensanpassungen an soziale Situationen sind selten angemessen.“ Auch auf die Kommunikation und den Sprachgebrauch kann die Krankheit Einfluss nehmen: Wechselseitiger Gesprächsaustausch, Flexibilität im Sprachausdruck und in der Sprachmelodie sind oft nicht möglich, ebenso wie begleitende Gestik.

Wie häufig Störungen des Autismus-Spektrums in Deutschland vorkommen, ist nicht genau bekannt. Obwohl intensiv geforscht wird, kann die Entstehung der Erkrankung bis heute nicht vollständig erklärt werden. „So unterschiedlich sich die ursächlichen Faktoren für das Syndrom bisher darstellen, so vielfältig und jeweils an den Bedürfnissen des Einzelnen ausgerichtet sind auch die pädagogischen und therapeutischen Ansätze“, erläutert der Bundesverband.

Häufig wird für Autismus-Spektrum-Störung das blaue Puzzleteil als Logo verwendet. Da die Farbe Blau jedoch häufig mit dem männlichen Geschlecht in Zusammenhang gebracht wird, entschied man sich das regenbogenfarbene Unendlichkeitssymbol für den Weltautismustag zu wählen. „Es repräsentiert die Vielfalt des Autismus-Spektrums sowie der Bewegung für größere Neurodiversität“, heißt es in der aktuellen Kampagne. Auch die bunten Puzzleteile sind mittlerweile als Symbol für Autismus-Spektrum-Störungen bekannt.

 

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