Die demographische Entwicklung und die Auswirkungen auf den Personalschlüssel bekommen die Apotheken deutlich zu spüren. Pharmazeutischer Nachwuchs ist nicht leicht zu bekommen. In den Betrieben arbeiten mehr ältere berufstätige Apothekerinnen und Apotheker als Arbeitnehmende im Bundesvergleich. Fast ein Drittel der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten sind 56 Jahre oder älter. Im Vergleich dazu ist nur knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland zwischen 55 und 64 Jahre alt.
Nirgendwo sonst in der Europäischen Union (EU) arbeiten so viele ältere Menschen wie in Deutschland. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) auf Basis von Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor. Hierzulande waren 2024 von den rund 40,9 Millionen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren gut 9,8 Millionen zwischen 55 und 64 Jahre alt. Das entsprach einem Wert von 24 Prozent. EU-weit machten ältere Erwerbstätige 20 Prozent der Erwerbstätigen aus.
In Apotheken sieht die Lage noch zugespitzter aus: 2024 waren laut Abda-Zahlen 30 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker 56 Jahre oder älter. Wobei die Gruppe der 56- bis 60-Jährigen mit 13,5 Prozent insgesamt den größten Anteil ausmacht. 66 Jahre und älter sind 6,5 Prozent.
Die Gruppe der 31- bis 35-jährigen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten ist mit einem Anteil von 12,5 Prozent vertreten, dahinter rangieren die 36- bis 40-Jährigen. Die jüngeren im Alter unter 30 Jahre sind nur mit 10,7 Prozent vertreten. Die Zahlen beziehen sich auf Angestellte in Vor-Ort-Apotheken, Kliniken oder der Industrie.
Das Durchschnittsalter der Apothekerinnen und Apotheker in öffentlichen Apotheken liegt bei 48,4 Jahren, wobei Männer (50,1 Jahre) im Schnitt älter sind als Frauen (47,8 Jahre). Apothekenleiterinnen und -leiter sind mit einem Durchschnittsalter von 53,6 Jahren älter. In Krankenhausapotheken und Industrie arbeiten jüngere Apothekerinnen und Apotheker, das Alter lag dort im Schnitt bei 41,3 beziehungsweise 43 Jahre.
Die Altersstruktur in den Vor-Ort-Apotheken lässt erkennen, dass in den Betrieben mit dem Ausscheiden der Babyboomer ein großer Teil der Angestellten verloren gehen. Die jüngeren Arbeitnehmer werden diese Lücke zahlenmäßig nicht ersetzen können. Die Apotheken tun also gut daran, sich weiter um Nachwuchs und vor allem Prozessoptimierung zu kümmern. Auch die Digitalisierung kann Arbeitsschritte erleichtern und Personal entlasten.
Die Generation der Babyboomer spielt im Zusammenhang mit der Entwicklung des Arbeitskräfteangebots in Deutschland eine wichtige Rolle. Innerhalb von 15 Jahren werden die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge laut Destais in den Ruhestand gegangen sein. Bis 2039 werden insgesamt rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben. Das entspricht knapp einem Drittel (31 Prozent) aller Erwerbspersonen, die dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr zur Verfügung standen.
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