Prozessauftakt

Säugling mit Medikamenten vergiftet APOTHEKE ADHOC, 10.08.2018 13:12 Uhr

Berlin - Im September 2017 ist ein drei Monate alter Säugling gestorben. Seine damals 18-jährige Mutter soll ihren Sohn mit Medikamenten vergiftet haben. Nun steht sie vor Gericht in Münster. Sollte sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, drohen ihr bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Die Oma des Säuglings hatte ihren Enkel Anfang September 2017 tot in der Wohnung der 18-Jährigen gefunden und den Rettungsdienst alarmiert. Von der Mutter selbst fehlte jede Spur. Erst am nächsten Tag wurde sie von der Polizei aufgegriffen. Die genaue Todesursache war zunächst unklar.

Da die Obduktion nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf einen Tod durch äußere Gewalteinwirkung ergab, wurden weitere Analysen und Auswertungen veranlasst. Im Rahmen der Untersuchungen des Rechtsmedizinischen Instituts der Universitätsklinik Münster wurden Medikamente im Körper des Säuglings in zum Teil hoher Konzentration nachgewiesen, die zum Tod des Kindes geführt hätten. Neun Monate später hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen die heute 19 Jahre alte Mutter erhoben.

Nun muss sie sich in Münster vor Gericht verantworten. Laut Anklage hatte es auf den Beipackzetteln der Medikamente eindeutige Warnhinweise gegeben. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass die Angeklagte den Tod ihres Kindes billigend in Kauf nahm. Die Anklage lautet daher auf Totschlag.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte