PKA Birgit Bischoff steht vor einem Meilenstein: Am morgigen Donnerstag feiert sie ihren letzten Tag als Angestellte in der Fackeltor-Apotheke in Kaiserslautern – danach beginnt für die 62-Jährige der Ruhestand. Dass sie am Montag beim Protest in Düsseldorf an der Seite ihrer Chefin für die Zukunft der Vor-Ort-Apotheke demonstriert hat, ist für sie selbstverständlich: „Für die Apotheke soll es weitergehen“, betont sie.
Bischoff ist seit 46 Jahren in Apotheken tätig, seit 30 Jahren unterstützt sie als ausgebildete Apothekenhelferin das Team der Fackeltor-Apotheke von Julia Bark. Ihre letzte Arbeitswoche begann mit der Demonstration in Düsseldorf: Gemeinsam war das Team am Montag beim Protest auf dem Burgplatz. „Das ist für mich selbstverständlich. Ich habe das auch für die Kollegen gemacht“, sagt sie. Mitzumachen gehört für sie zum „normalen Menschenverstand“.
1980 begann Bischoff ihre Lehre und war im Anschluss in Apotheken tätig. In der Fackeltor-Apotheke fühlte sie sich besonders wohl. Sie war vor allem für Rechnungswesen und die Abrechnungen verantwortlich. „Wir sind ein super Team“, sagt sie. „Die Arbeit macht besonders Spaß, viele sind lange dabei, wäre das Team nicht so gewesen, wäre ich nicht dort geblieben.“ Auch die Übernahme vor zehn Jahren durch Bark war ein positives Erlebnis. „Sie hat frischen Wind mitgebracht.“
Gemeinsam mit ihrer Chefin zeigte sie in Düsseldorf noch einmal, dass die Apothekenangestellten hinter ihren Arbeitgebern stehen – und bekam dafür Beifall: Sie sei die Heldin des Tages, gerade weil sie in wenigen Tagen in Rente gehe, lobt Bark. „Dass sie sich morgens um 7 Uhr auf den Weg ins vier Busstunden entfernte Düsseldorf macht, um Seite an Seite mit ihren Kolleginnen und Kollegen laut zu werden – für Birgit gar keine Frage.“
Bark bedankt sich für die Unterstützung und ist wehmütig, wenn sie an den Abschied am Donnerstag denkt: „Wie es ohne ihr ansteckendes Lachen, ihre Kreativität, ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Eleganz, ihren Anstand und ihr echtes Mitgefühl gehen soll – niemand im Team mag sich das recht vorstellen. Und ganz bestimmt werden ein paar Tränchen fließen, wenn wir uns beim gemeinsamen Abschließen der Apothekentür nach ihrem letzten Arbeitstag umarmen.“ Aber genau so laufe es in der Vor-Ort-Apotheke: „Wir arbeiten zusammen, wir lachen und weinen zusammen, wir feiern zusammen und wir kämpfen zusammen.“
Bischoff freut sich auf ihren Ruhestand, den sie am Freitag, ihrem 63. Geburtstag, beginnen wird. Dann werde es mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Mann und für ihre pflegebedürftigen Eltern geben. Ihr Tipp an jüngere Kolleginnen und Kollegen: Für die Rente solle man als PKA besser vorsorgen. „Ich bekomme zwei schöne Versicherungen ausgezahlt und wir haben noch eine Wohnung, die wir vermieten.“ Ohne diese Hilfen, werde es mit einer Rente von rund 1400 Euro pro Monat eng.
Dennoch rät sie jedem Interessierten, sich für die Vor-Ort-Apotheken zu entscheiden. „Der Beruf ist sehr schön und abwechslungsreich.“ Anders als frühere könne man sich heute besser weiterbilden und spezialisieren. Wenn sie noch einmal könnte, wäre sie wahrscheinlich noch PTA geworden, sagt sie. Doch jetzt steht für sie der Ruhestand an.