Marktcheck stellt Rabattverträge in Frage | APOTHEKE ADHOC
Massive Lieferengpässe

Marktcheck stellt Rabattverträge in Frage

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Berlin -

Das SWR-Magazin Marktcheck hat sich mit Lieferengpässen bei Arzneimitteln beschäftigt. Fazit der Autoren: Wenn sich die Liefersituation bei wichtigen Medikamenten verbessern soll, muss bei den Preisen etwas passieren.

Ausgangspunkt ist im Beitrag der Engpass beim Thrombolytikum Actilyse (Alteplase). Trotz Patentablauf sei Boehringer Ingelheim der einzige Hersteller. Doch seit April fehle das wichtige Medikament – der Hersteller geht davon aus, dass es über einen Zeitraum von anderthalb Jahren noch Probleme geben könnte.

Warum dauert das so lange? Boehringer verweist auf die global gestiegene Nachfrage, die man am weltweit einzigen Produktionsstandort für Alteplase nicht mehr decken könne. Es dauere aber, neue Kapazitäten aufzubauen.

Laut Bericht erhalten Kliniken seit Juni 10 Prozent weniger als bestellt, der Vertrieb zum Einsatz bei Dialysepatienten (Kathederwechsel) wurde im Juli sogar komplett eingestellt, um Schlaganfallpatienten versorgen zu können. Noch könnten Kliniken hier auf Alternativen ausweichen, aber: „Was kommt als Nächstes?“

Nicht nur RX-Medikamente betroffen

Der Karlsruher Apotheker Felix Maertin erklärt im Beitrag, dass das Problem längst nicht mehr nur Rx-Medikamente betreffe, sondern auch OTC-Arzneimittel. Bei Ibuflam etwa habe er noch den Bedarf für eine Woche da, weitere Bestellungen hätten alle Lieferanten, die er angefragt habe, abgesagt. Ratiopharm wiederum verweist darauf, dass der Paracetamol-Saft ein Verlustgeschäft sei.

Als weitere Beispiele werden im Beitrag neben Ibuprofen und Paracetamol auch bestimmte Darreichungsformen von Voltaren sowie Digimerck, Tamoxifen und Nifedipin genannt. Hier verweist Professor Dr. Bernd Mühlbauer von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) auf die niedrigen Preise: Man müsse über ein Ende der Rabattverträge und ein Zurückholen der Produktion nach Europa nachdenken. Dann würden zwar vermutlich die Kosten steigen. Man spreche dann aber immer noch über Niedrigpreisartikel.

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