AOK-Qualitätsmonitor

Krebspatienten: Risiko durch unerfahrene Kliniken dpa, 23.11.2017 13:22 Uhr

Berlin - Trotz Reformversuchen für mehr Sicherheit in Krankenhäusern sind Krebspatienten laut einer Krankenkassenstudie oft erheblichen Risiken durch Kliniken mit zu wenig Erfahrung ausgesetzt. Die Zahl der Todesfälle könnte deutlich sinken, wenn hier strengere Vorgaben gälten, wie der nun vorgestellte AOK-Qualitätsmonitor 2018 zeigt.

Bei Lungenkrebs-Operationen etwa könnte die Zahl der Todesfälle rechnerisch von 361 auf 287 pro Jahr zurückgehen, wenn Kliniken die OP nur ab einer Fallzahl von 108 Eingriffen pro Jahr durchführen. Zudem werde ein Fünftel der Patienten mit Darmkrebs in 492 Kliniken behandelt, die im Durchschnitt nur 23 dieser OPs pro Jahr durchführen. Würde man hier eine Mindestmenge von 82 OPs einführen, könnten laut der Studie 280 Todesfällen pro Jahr vermieden werden.

Für die Studie wurde berechnet, welche Behandlungszahl Kliniken erreichen müssten, damit das Sterblichkeitsrisiko geringer ist als im Bundesschnitt. Bereits die AOK-Vorgängerstudie vom vergangenen Jahr hatte ähnliche Ergebnisse für Brustkrebs-OPs gebracht.

Es gebe zu viele Kliniken, die nur hin und wieder eine komplizierte Operation durchführen, sagte Thomas Mansky, Gesundheitsexperte der Technischen Universität (TU) Berlin und Mitautor des Monitors. „In Deutschland werden zu viele komplizierte Krebs-Operationen in Kliniken durchgeführt, die dafür in der Regel aufgrund zu niedriger Fallzahlen keine ausreichende Qualifikation haben können.

APOTHEKE ADHOC Debatte