Apotheker in der Pflicht

Kleinere Packungen für weniger Arzneimittelrückstände Alexandra Negt, 28.08.2020 16:47 Uhr

Berlin - Mittlerweile können in Deutschland in allen Umweltmedien Arzneimittelrückstände nachgewiesen werden. Arzneistoffe ließen sich inzwischen flächendeckend in Fließgewässern, Böden aber auch im Grundwasser nachweisen, informiert das Umweltbundesamt. Vereinzelt sei sogar schon das Trinkwasser betroffen. Apotheken könnten einen wichtigen Beitrag bei der Vermeidung von Arzneimittelrückständen in der Umwelt leisten, so das Bundesamt. 

Apotheken könnten zu weniger Arzneimitteln in der Umwelt beitragen, so die Meinung des Umweltbundesamtes (UBA) beim Thema Medikamentenrückstände in der Umwelt. Es wird bemängelt, dass dieses bedeutungsvolle Thema bislang wird im Pharmaziestudium und in Fortbildungen kaum behandelt wird. Ein Bericht des UBA gibt nun Anregungen zur didaktischen und inhaltlichen Umsetzung der Thematik. Es wurden auch Konzepte für eine multimediale Lernplattform und zur Kundeninformation in Apotheken entwickelt.

„Auch wenn nach heutigem Kenntnisstand Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ausgeschlossen werden, sollte im Sinne des Vorsorgeprinzips gehandelt und der Eintrag von Arzneimitteln in die Umwelt reduziert werden, zumal bis heute nicht bekannt ist, welche Effekte eine chronische Aufnahme auch von niedrigen Konzentrationen auf Mensch und Umwelt haben“, so die Einschätzung des UBA. Da Apothekenmitarbeiter in direktem Kundenkontakt stehen, sieht das Bundesamt in ihnen einen wichtigen Eckpfeiler bei der Vermeidung von Arzneimittelabfällen und -rückständen. Apotheker und PTA könnten nicht nur über die richtige Entsorgung aufklären, sie könnten auch bewusst kleinere Packungen empfehlen, sodass das Risiko von abgelaufenen Restarzneimitteln sinkt.

Vor der Umsetzung: Aufklärung des Apothekenpersonals

Bevor Apothekerinnen und PTA die Kunden über Umweltaspekte aufklären könnten, müssten sie selber besser geschult werden. Es muss eine Aufklärung über medikamentenbedingte Umweltprobleme stattfinden, sodass eine eigene Meinungsbildung möglich wird, so das Bundesamt. „Das bedeutet zum einen, dass der wissenschaftliche Hintergrund und die zentralen Fakten über die Umweltrelevanz von Arzneimittelwirkstoffen im Wasser bekannt sind. Zum anderen sollten sie darin geschult sein, welche Beratungsinhalte für sie infrage kommen und wie die Beratung der Kunden und Kundinnen zu dem Thema in den beruflichen Alltag integriert werden kann“, heißt es weiter.

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