„Helden unserer Zeit“: Standing Ovations für Heilberufler

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Berlin - Die Mitarbeiter des Gesundheitssystems leisten gerade Außerordentliches. Das bleibt auch der Politik nicht verborgen: Während Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache den Ärzten dankte, die Apotheken aber unter den sonstigen Mitarbeitern im Gesundheitswesen subsummierte, zählte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sie am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Landtag zu den „Heldinnen und Helden unserer Zeit“. Die Landtagsabgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen, um ihnen zum Teil sichtlich bewegt Standing Ovations zukommen zu lassen.

„Danke, dass es Sie alle gibt! Gemeinsam werden wir das schaffen“, so Günther kämpferisch. Seinen Dank gelte vor allem „den Ärztinnen und Ärzten, den Pflegenden insbesondere in unseren Krankenhäusern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Apotheken, unseren Polizistinnen und Polizisten. Tagesmüttern, Erzieherinnen, allen, die im Moment Kinder betreuen. Kassiererinnen, die in unseren Lebensmittelgeschäften arbeiten. Allen Betrieben. Allen Unternehmerinnen und Unternehmern, die im Moment um ihre Existenz zittern“, so der Ministerpräsident. „Sie alle stehen selbstverständlich für diejenigen, die sich im Moment gegenseitig helfen und diese Krise managen. Ihre Arbeit ist es, die mich fest daran glauben lässt, dass unser Land stärker aus dieser Krise herauskommt, als es in sie hereingekommen ist.“

Die Landtagsabgeordneten spendeten Günther daraufhin nicht nur ihren Pflichtapplaus, sondern erhoben sich und klatschen fast eine Minute lang. Die Opposition aus FDP, Grünen, SPD, AfD und der dänischen Minderheitspartei SSW nutzte ihre Redebeiträge daraufhin nicht, um sich gegen die Regierung zu profilieren, sondern schloss sich Günthers Dank explizit an. Sie sagten der Landesregierung ihre Unterstützung zu.

Die Landtagssitzung war wegen der aktuellen Krise von einer ganztägigen Sitzung auf rund zwei Stunden verkürzt worden, in denen die Abgeordneten nur die wichtigsten Tagesordnungspunkte berieten. Das Parlament war ebenfalls von Sicherheitsmaßnahmen gegen eine weitere Verbreitung des Virus betroffen: Im Plenum musste ein Mindestabstand eingehalten werden, viele Abgeordnete und ihre Mitarbeiter befinden sich bereits im Homeoffice. Dennoch hält der Landtag an seiner Arbeitsfähigkeit fest. „Unser Rechtsstaat muss bestehen bleiben, das Parlament muss handlungsfähig bleiben, damit die Regierung als Exekutivorgan die rechtliche Grundlage hat, um die Dinge umsetzen zu können, die jetzt auch notwendig sind“, sagte Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU).

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