Betrugsversuche gegen Apothekengründer

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Berlin - Wer eine neue Apotheke gründet, muss sich um sehr viele Dinge kümmern: Betriebserlaubnis, Personal, Warenlager, EDV und vieles mehr müssen organisiert sein. In dieser hektischen Phase nutzen Betrüger die Unaufmerksamkeit der Gründer aus und schicken vermeintlich amtliche Schreiben. Passt der Apotheker nicht auf, schließt er so ein kostenpflichtiges Abonnement ohne Nutzen ab.

Die Masche ist immer dieselbe: Nachdem der Inhaber seine Apotheke im Handelsregister eingetragen hat, erhält er wenige Tage später Post – vermeintlich vom Amtsgericht selbst. Verbunden ist das offiziell wirkende Schreiben mit einer Zahlungsaufforderung. Für die Eintragung soll der Apotheker einen Betrag von einigen hundert Euro zahlen, manchmal sind es sogar vierstellige Beträge. Hinzu kommt regelmäßig eine sehr kurze Zahlungsfrist, um den gestressten Neugründer weiter unter Druck zu setzen.

Die Anschreiben sind oft täuschend echt gestaltet: Es beinhaltet häufig Landeswappen, Aktenzeichen und einen offiziell klingenden Namen wie „Handelsregisterbekanntmachungen Gewerbe- und Handelsregister“. Auch die Gestaltung bis hin zur Schriftart wirken behördentypisch. Tatsächlich steckt dahinter meist eine Briefkastenfirma. Der Apotheker zahlt für den zusätzlichen Eintrag in ein Onlineregister oder Branchenbuch, das mit dem Handelsregister nichts zu tun hat und für den Inhaber de facto nutzlos ist.

Ein Apotheker aus NRW bekam unlängst so ein Betrugsschreiben. Er wurde aufgefordert, 785,40 Euro innerhalb von drei Werktagen zu überweisen. „Erst im Anschluss wird die Veröffentlichung in das Handelsregister erfolgen! Anderenfalls behalten wir uns das Recht vor, Ihre Daten unverzüglich aus unserem System zu löschen“, hieß es in dem Schreiben.

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