H1N1: Das überschätzte Virus

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Berlin - Die vor allem 2008 fast schon panisch gefürchtete Schweinegrippe erwies sich letztlich als weit harmloser als zunächst angenommen. Anfang 2011 teilte der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments mit, dass die Schweinegrippe in der Saison 2009/2010 europaweit rund 2900 Tote gefordert habe. Bei einer moderaten Saison der normalen Influenza seien es 40.000 Tote.

Das H1N1-Virus hatte sich 2008 zunächst in Mexiko und in den USA rasant ausgebreitet. Im Juni 2009 folgte eine Einstufung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als globale Pandemie mit dem höchsten Gefahrenniveau sechs – erstmals seit Jahrzehnten wieder.

Im Nachhinein wurde dies von vielen Experten als voreilige Überreaktion kritisiert. Etliche Länder hatten sich für Milliardensummen mit Schweinegrippe-Impfdosen eingedeckt. Die Bundesländer, die viele Millionen Dosen gekauft hatten, blieben letztlich auf dem größten Teil sitzen, weil sich trotz der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur wenige Menschen impfen ließen. Bekannt wurden auch Fälle von Narkolepsie unter dem Impfstoff Pandemrix.

Nach der ersten großen Welle wurde es still um die Schweinegrippe. Viele Menschen wissen daher gar nicht: Die Influenzaform, inzwischen auch Neue Grippe genannt, grassiert weiter – in der letzten Saison beispielsweise verstärkt in Indien. Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen so mild, dass sie kaum bemerkt und damit auch nicht erfasst wird. Die Grippeimpfstoffe der vergangenen Jahre enthielten in Deutschland immer auch eine Komponente gegen die Schweinegrippe.

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