action medeor zieht Bilanz

Fünf Jahre Ahrtal: Apotheke und Praxis im Container

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Berlin -

In dieser Woche jährt sich die Flutkatastrophe im Ahrtal zum fünften Mal, mindestens 180 Menschen verloren ihr Leben, tausende ihr Heim und Gut. Um der Region wieder auf die Beine zu helfen, war auch die Hilfsorganisation action medeor vor Ort aktiv und sorgte unter anderem für die medizinische Versorgung per Apotheke und Arztpraxis im Container.

Nach der Katastrophe im Juli 2021 war das Medikamentenhilfswerk, das sich sonst international engagiert, erstmals in Deutschland tätig; zuerst im Rahmen der akuten Nothilfe mit medizinischem Material, Wasserentkeimungstabletten sowie Ausrüstung und später langfristig beim Wiederaufbau von Gesundheits-, Pflege- und sozialen Strukturen.

„Die Flut hat nicht nur Häuser, Straßen und Brücken zerstört, sondern auch gewachsene Versorgungsstrukturen im Gesundheitsbereich“, sagt Vorstandssprecher Sid Peruvemba. „Unser Ziel war es deshalb, die Menschen und Organisationen vor Ort dabei zu unterstützen, diese Strukturen wieder herzustellen und handlungsfähig zu werden.“

Dafür setzte die gemeinnützige Organisation insgesamt etwa 4 Millionen Euro aus Spenden ein, die unter anderem aus dem Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ kamen, in dem action medeor Mitglied ist. Zusammen mit Apotheker ohne Grenzen konnte so in der Gemeinde Kalenborn eine Containeranlage aufgebaut werden. Hier zogen die Hausärztin Dr. Stefanie Nacke und die Burg Apotheke von Inge Göttling ein, deren Räume in Altenahr durch die Fluten zerstört wurden.

Vertraute Versorgung vor Ort

„Ich hätte ohne diese Hilfe nie so schnell die hausärztliche Versorgung wieder aufnehmen können“, sagt Ärztin Nacke heute. Ihre Praxis sei für viele Menschen „der erste und oft einzige direkte Ansprechpartner bei medizinisch-somatischen und psychischen Problemen“. Die vertraute Versorgung vor Ort sei ein stabilisierender Faktor nach der Katastrophe gewesen.

„Wir konnten durch die Hilfe von action medeor ab Tag eins arbeiten und die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln versorgen“, so Apothekeninhaberin Göttling. Sie hat inzwischen in Ahrbrück neue Räume gefunden. „Ohne die Hilfe von action medeor hätten wir beim besten Willen niemals ohne Unterbrechung tätig sein können.“

Nachdem Praxis und Apotheke wieder umziehen konnten, wurden die Container von den beiden Hilfsorganisationen umgebaut und boten anschließend Platz für dringend benötigte psychotherapeutische Angebote. Traumatisierung, Erschöpfung, Ängste und Depressionen machen Betroffenen teils seit der Flut Probleme.

action medeor unterstützte zudem bei Seniorennachmittagen, mobilen Pflegeangeboten und bei einem Übergangsstützpunkt der Sozialstation Adenau-Altenahr, der zu einem dauerhaften Wiederaufbauprojekt wurde, einer neuen Tagespflegeeinrichtung – „ein großes Glück für die Menschen hier in der Region“, so der Leiter der Einrichtung.

Hilfseinsatz wegen Hochwasser beendet

action medeor förderte auch weitere Hilfen in den Hochwasserregionen Westdeutschlands wie solarbetriebene Straßenbeleuchtung, Multifunktionsräume für Krisenstäbe sowie Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche.

Insgesamt ergab sich eine Mischung aus Akuthilfe, Übergangslösungen und nachhaltigem Wiederaufbau. „In der ersten Phase ging es darum, schnell zu helfen und Versorgungslücken zu schließen. Danach haben wir gemeinsam mit den Partnern vor Ort geschaut, wo Strukturen dauerhaft gestärkt werden können“, so Peruvemba.

Nun stünden die letzten Projekte von action medeor in der Hochwasserhilfe vor dem Abschluss. „Wir sind dankbar, dass wir in einer außergewöhnlichen Katastrophe helfen konnten – und dankbar für das Vertrauen der Spenderinnen und Spender, die diese Hilfe möglich gemacht haben“, so Peruvemba. „Nach fünf Jahren können wir sagen: Die Projekte, die wir übernommen haben, sind abgeschlossen oder in stabile Strukturen überführt. Damit endet für action medeor die Hochwasserhilfe in Deutschland.“

So sah es nach der Flutkatastrophe in der Burg Apotheke aus:

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