Bauernregeln für maximale Wechselwirkungen

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Berlin -

Jede zehnte Krankenhauseinweisung geht auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurück. An den Folgen sterben in Deutschland jedes Jahr mehr als 25.000 Menschen, also deutlich mehr als beispielsweise im Straßenverkehr. Das nimmt die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) jetzt zum Anlass für eine satirisch angelegte Informationskampagne.

Die offizielle Premiere erfolgte am Dienstagabend im Cineplex-Münster mit über 100 Gästen, darunter Medienvertreter:innen, Apothekersprecher:innen aus den Kreisen und Städten und Kammermitglieder aus Münster und Umgebung. Zeitgleich zur Filmpremiere wurden die Homepage Wewi.tv freigeschaltet.

Bei „WeWi-TV“ („Wechselwirkungen-TV“) erfahren Patient:innen, dass sie Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln keineswegs auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Die Botschaften werden in satirischen Clips aufbereitet: „Die Redaktion von WeWi-TV hat recherchiert und präsentiert die erfolgreichsten Verbraucher-Tipps, mit denen sich das Minimum an Wirkung bei einem Maximum an Wechselwirkungen aus Medikamenten herausholen lässt“, lautet das Versprechen auf der Kampagnenwebsite.

Satirisch zugespitzt erfahren Patientinnen und Patienten beispielsweise, dass die gleichzeitige Einnahme von Antibaby-Pille und Johanniskraut die Chance auf eine ungewollte Schwangerschaft ungemein erhöht und dass die Wirkung vieler Antibiotika ganz einfach vermieden werden kann, wenn zugleich Milch oder Joghurt konsumiert werden. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, werden die Nutzer jederzeit darauf hingewiesen, dass es sich um satirische Inhalte handelt.

„Die seriöse Erklärung ist dann nur einen Klick entfernt und macht unmissverständlich klar, dass Arzneimittel keine Bonbons und Wechselwirkungen alles andere als harmlos sind. Patientinnen und Patienten sollten im Zweifel immer in der Apotheke vor Ort nachfragen, was sie bei der Einnahme ihrer Medikamente beachten müssen“, betont Vizepräsident Frank Dieckerhoff. Diese Botschaft bleibt satirisch zugespitzt jedoch viel leichter im Kopf, als wenn sie allein als nüchterne Information daherkommt, ergänzt Michael Schmitz, Geschäftsführer Kommunikation.

Die provokanten „WeWi-Bauernregeln“ auf den Karten sind einprägsam: „Sind zum Cholesterin-Senker noch die Grapefruits in dir drin, ist die Niere bald dahin!“ lautet eine davon. Die Rückseite klärt dann auf, dass Grapefruits bestimmte Inhaltsstoffe enthalten, sogenannte Flavonoide, die den Abbau mancher Wirkstoffe hemmen und dadurch ihre Konzentration auf ein toxisches Niveau erhöhen können.

Mit der Kampagne, die neben den einzelnen Wechselwirkungen die generelle Erklärungs- und Beratungsbedürftigkeit von Arzneimitteln in den Mittelpunkt stellt, möchte die AKWL auch die Einführung eines Anspruchs der Patientinnen und Patienten auf honorierte pharmazeutische Dienstleistungen in der Apotheke vorbereiten. „Wir machen deutlich: Die Apotheke vor Ort ist die Anlaufstelle bei Fragen zur Polymedikation und für die Arzneimitteltherapiesicherheit einfach unverzichtbar“, so Frank Dieckerhoff.

In den kommenden Wochen ist die Kampagne auf den Social-Media-Kanälen der AKWL auf Facebook, Instagram und YouTube zu finden, auf der Kampagnen-Website sowie in vielen Apotheken, wo Kampagnen-Postkarten zum Mitnehmen ausliegen.

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